Vorteile für Lieferketten durch automatisierte Abläufe Wie funktionieren Smart Contracts?

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Peter Schmitz

Smart Contracts spielen in Lieferketten, aber auch in anderen Bereichen von Unternehmen, beim Einsatz der Blockchain eine wichtige Rolle. Der Sinn dahinter ist die Automatisierung von Vorgängen, die Abläufe wesentlich beschleunigen.

Smart Contracts sind für viele Unternehmen der maßgebliche Grund die Blockchain-Technologie einzuführen.
Smart Contracts sind für viele Unternehmen der maßgebliche Grund die Blockchain-Technologie einzuführen.
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Die Verwendung von Smart Contracts spielt für den produktiven Betrieb der Blockchain eine wichtige Rolle. Vor allem in Lieferketten, in denen zahlreiche Verträge zwischen Lieferanten und Kunden die Warenversorgung regelt, können intelligente Verträge eine enorme Beschleunigung mit sich bringen. Smart Contracts stellen Verträge dar, die in einem Computerprogramm festgelegt sind und Aktionen selbständig ausführen können. Wenn-Dann-Regeln sind fester Bestandteil von Smart Contracts.

Das Computerprogramm wird mit einer Programmiersprache entwickelt, wie herkömmliche Verträge auch. Die Integration der Verträge erfordert daher einiges an Know How. In vielen Fällen ist es notwendig Smart Contracts zu erweitern. Das ist für Entwickler leicht umsetzbar. Die Änderungen überschreiben den neuen Vertrag nicht, sondern stellen eine neue Version dar, die ebenfalls in der Blockchain gespeichert wird. Dadurch sind auch Vertragsänderungen jederzeit nachvollziehbar.

Der Smart Contracts und die Transaktionen, die er auslöst, sind in der Blockchain fest gespeichert und daher transparent für alle Teilnehmer nutzbar. Smart Contracts stellen digitale Verträge dar und sind ein wichtiger Bestandteil der digitalen Transformation von Unternehmen. Die Klauseln in den Lieferverträgen sind maschinenlesbar gespeichert und ermöglichen daher interaktive Aktionen, die der Vertrag auch automatisiert auslösen kann. Das Eintreten einer Aktion X kann daher die Aktion Y auslösen.

Smart Contracts und Lieferketten

Dazu kommt die Möglichkeit, dass neue Teilnehmer in der Lieferkette schnell angebunden werden können und sich in den Smart Contract integrieren lassen. Aktionen können in einem Smart Contract automatisch weitere Aktionen und Bezahlvorgänge auslösen, auch international. Dadurch lassen sich Liefervorgänge extrem beschleunigen, automatisieren und sehr viel leichter nachverfolgen. Alle Daten sind in der Blockchain sicher gespeichert. Es gibt keinen Server und damit keinen Single-Point-of-Failure. Die Daten sind auf allen Rechnern aller beteiligten Unternehmen und Teilnehmer in einer Blockchain gespeichert. Das vermeidet Fälschungen, stellt die Verfügbarkeit sicher und reduziert Kosten, da keine Serverinfrastruktur gewartet werden muss.

Smart Contracts stellen also eine verlässliche Basis für Lieferketten dar, mit denen auch zahlreiche Unternehmen auf einer gemeinsamen Basis zusammenarbeiten können. Die Abläufe sind transparent, fälschungssicher, leicht nachvollziehbar und weitgehend automatisiert. Als Basis dienen Open Source-Programme, sodass auch die Investitionen überschaubar sind. Bekannte Blockchains in diesem Bereich stellen Ethereum und die Lösungen von Hyperledger dar.

Ablauf bei der Verwendung von Smart Contracts

Wenn zwei Unternehmen einen Vertrag schließen, zum Beispiel über die Lieferung von Maschinenbauteilen, werden die Klauseln des Vertrages in einem digitalen Smart Contracts definiert und unveränderbar in der Blockchain gespeichert. Alle Teilnehmer im Netzwerk, auch die Anwender der Unternehmen, haben Zugriff auf den Vertrag, der automatisiert Aktionen durchführen kann. Natürlich ist es auch möglich mit Berechtigungen zu arbeiten, sodass verschiedene Informationen wie Mengenrabatte nicht für alle Teilnehmer lesbar sind, sondern nur für die Anwender und Unternehmen, bei denen die Rabatte eine Rolle spielen.

Alle Knoten in der Blockchain, also alle PCs in den beteiligten Unternehmen, die mit der Blockchain arbeiten, haben eine vollständige Kopie der Blockchain und damit auch des Smart Contracts vorliegen. Smart Contracts und die Transaktionen, die ein Vertrag auslöst, können nicht in der Blockchain gelöscht werden. Es sind auch keine Änderungen an einem einzelnen PC möglich. Es muss immer einen „Konsens“ der beteiligten PCs geben, mit dem eine Änderung in der Blockchain akzeptiert wird. Die Änderungen werden ebenfalls in der Blockchain gespeichert. Der Smart Contract führt nicht nur Aktionen nach bestimmten Bedingungen aus, sondern die Aktionen/Transaktionen bleiben in der Blockchain fest gespeichert und lassen sich jederzeit nachvollziehen.

Private Blockchain versus Public Blockchain

Nutzen Smart Contracts keine „private“ Blockchain, also eine Blockchain innerhalb eines Verbundes von Unternehmen, ergeben sich weitere Vorteile. Große Blockchains wie Ethereum ermöglichen auch das Speichern von Smart Contracts im öffentlichen Netzwerk. Auch hier lassen sich natürlich heikle Daten vor unberechtigten Personen abschotten. Da in einer öffentlichen Blockchain aber hunderttausende Knoten existieren, sind Fälschungen und Manipulationen unmöglich, da der Konsens sich auf alle Rechner in der Blockchain ausdehnt. Unternehmen können dadurch externe Blockchain-Anwender als zusätzliche Instanz für die Sicherheit nutzen, ohne heikle Daten im Smart Contract verraten zu müssen. Der Smart Contract ist wie ein eigenes Konto in der Blockchain, das mit anderen Konten interagieren und Aktionen auslösen kann. Damit finden weitgehend automatisierte Abläufe statt.

Mit Tokens/Kryptowährungen ist es auch möglich Bezahlvorgänge innerhalb der Blockchain auszulösen. Das bietet weitere Vorteile bei der Verwendung von Smart Contracts. Wenn die Ware, zum Beispiel ein Maschinenbauteil beim Kunden eingeht, löst der Vertrag sofort die Bezahlung aus. Es sind keine Vermittler, Banken und andere zentrale Stellen notwendig, sondern Bezahlungen sind sofort verfügbar. Auch Bestellvorgänge können dadurch in Sekundenschnelle abgewickelt werden, indem beim Lieferanten die Lieferung sofort nach Eingang der Bestellung automatisiert ausgelöst wird.

Fazit

Smart Contracts sind für viele Unternehmen der maßgebliche Grund die Blockchain-Technologie einzuführen. Es lohnt sich für Unternehmen, die Verträge in Lieferketten nutzen sich mit den Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Smart Contracts können die Verwaltung einer Lieferkette umfassend vereinfachen und sorgen gleichzeitig für mehr Transparenz, Verlässlichkeit und Sicherheit. Gleichzeitig können Unternehmen Abläufe enorm beschleunigen, günstiger gestalten und Mitarbeiter entlasten.

BU: Smart Contracts spielen in Lieferketten, aber auch in anderen Bereich von Unternehmen eine wichtige Rolle, wenn es um die digitale Transformation geht. Es lohnt sich für Unternehmen, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist