Definition Ripple / XRP Was ist Ripple?

Autor / Redakteur: Chrissikraus / Peter Schmitz

Ripple ist ein Zahlungsnetzwerk für den internationalen Zahlungsverkehr. Die interne Währung, mit der in diesem Netzwerk bezahlt wird, nennt sich XRP. Ripple zielt darauf ab, den weltweiten Zahlungsverkehr (z. B. zwischen Banken oder bei internationalen Geschäften) zu vereinfachen. Häufig ist dieser Zahlungsverkehr ineffizient, langsam und durch unterschiedliche Währungsräume sehr kompliziert.

Die Plattform Ripple unterstützt praktisch jede nationale Währung, egal ob Dollar, Euro oder Yen. XRP ist damit nicht an eine bestimmte Währung gebunden, sondern existiert komplett unabhängig und versteht sich als Brücke zwischen zwei beliebigen Währungen.
Die Plattform Ripple unterstützt praktisch jede nationale Währung, egal ob Dollar, Euro oder Yen. XRP ist damit nicht an eine bestimmte Währung gebunden, sondern existiert komplett unabhängig und versteht sich als Brücke zwischen zwei beliebigen Währungen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Der traditionelle internationale Zahlungsverkehr ist kompliziert, langsam und unflexibel. Die Plattform Ripple und die interne Kryptowährung XRP versuchen, diese Problematik zu lösen.

Das Problem

Wenn man eine internationale Zahlung auf herkömmlichem Weg senden möchte, kommt man nicht daran vorbei, die Dienste einer Bank zu nutzen. Bei internationalen Transaktionen zwischen Banken gibt es dabei immer das Problem, dass Währungen gewechselt werden müssen. Jede nationale Währung steht in einem gewissen Verhältnis zu anderen nationalen Währungen. Daraus ergibt sich ein Wechselkurs, der auch noch stetig schwankt. Es ist kompliziert, Geld von einer Währung in eine andere zu wechseln. Unter anderem benötigen Banken dafür ein spezielles Konto bei der Bank im Ausland, mit der sie den Währungswechsel betreiben. Hier bewahrt sie ihr Guthaben in der Fremdwährung auf, die für den Wechsel nötig ist. Eine Bank aus Deutschland könnte z. B. bei einer Bank in Amerika ein solches Konto haben und dort ein Guthaben in US-Dollar aufbewahren. Das nennt sich Nostrokonto. Das Nostrokonto wird von der ausländischen Bank im Namen der Bank, die das Konto eröffnet, geführt. Es entsteht zusätzlicher Verwaltungsaufwand. All diese Umstände machen internationale Zahlungen über eine Bank langsam und umständlich. Hinzu kommen noch Gebühren, z. B. für den Wechsel in eine ausländische Währung. Für Banken kommt das Risiko hinzu, dass das Guthaben auf dem Fremdwährungskonto selbstverständlich auch schwankenden Wechselkursen unterliegt.

Die Lösung

Für solche Probleme kann eine Kryptowährung wie XRP durchaus eine attraktive Lösung darstellen. XRP ist nicht an eine bestimmte Währung gebunden, sondern existiert komplett unabhängig. XRP versteht sich vielmehr als Brücke zwischen zwei beliebigen Währungen. Die Plattform Ripple unterstützt praktisch jede nationale Währung, egal ob Dollar, Euro oder Yen. Zudem werden auch Kryptowährungen wie Bitcoin unterstützt. Damit ist das Anwendungsgebiet sehr groß: Ziel der Plattform ist, dass internationale Zahlungen schnell und unkompliziert auf der gesamten Welt möglich sein sollen. Für Banken bedeutet das unter anderem, dass die Kosten für internationale Transaktionen stark sinken, wenn sie Geld mit Ripple statt auf dem herkömmlichen Weg übertragen.

Schnelle Transaktionen

Ein internationaler Transfer über eine Bank kann mehrere Tage in Anspruch nehmen. Hier sind Kryptowährungen wesentlich schneller, was viele Nutzer sehr zu schätzen wissen. Was XRP von anderen Kryptowährungen wie Bitcoin abhebt, ist die besonders schnelle Ausführung von Transaktionen. Bitcoin, Ether und Co. nutzen spezielle Mechanismen, um alle Transaktionen zu validieren, bevor sie dauerhaft an die Blockchain angehängt werden. Der Preis für diese Sicherheit ist, dass Nutzer oft mehrere Minuten warten müssen, bis eine Transaktion bestätigt und durchgeführt wird. Ein Transfer von XRP hingegen ist innerhalb weniger Sekunden abgeschlossen. Das ist nicht nur für Bankgeschäfte interessant, sondern kommt teils auch für andere Institutionen oder für Mikrotransaktionen zum Einsatz.

Validiert werden die Transaktionen natürlich trotzdem, damit das System vertrauenswürdig und sicher bleibt. Hierfür werden sogenannte "Trusted Validator Nodes" bestimmt, ausgewählte Server, die sich um die Validierung kümmern. Sie fällen binnen Sekunden gemeinsam eine Entscheidung darüber, ob eine Transaktion gültig ist oder nicht. Das bedeutet, dass Ripple kein Mining nutzt, um neue Blöcke zu validieren. Es gibt folglich auch keine Miner, die XRP minen und damit das Gesamtvolumen an XRP erhöhen könnten. Die insgesamt verfügbaren XRP sind von Beginn an festgeschrieben (100 Milliarden) und erhöhen sich nicht mehr. Der Verzicht auf rechenintensives Mining bedeutet außerdem, dass Ripple im Vergleich zu anderen Kryptowährungen Energie und somit Kosten spart.

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