Definition Off Chain Was ist Off Chain?

Autor / Redakteur: Chrissikraus / Peter Schmitz

Off-Chain-Transaktionen hängen zwar mit einer Blockchain zusammen, finden aber nicht direkt auf ihr statt. Stattdessen werden sie vollständig außerhalb der Blockchain oder abseits des Hauptstranges einer Blockchain auf einer Sidechain durchgeführt, geprüft und gespeichert. Die so erfassten Transaktionen können, falls nötig, zu einem späteren Zeitpunkt wieder mit der Hauptkette vereint werden.

Off-Chain oder On-chain, welche Transaktion ist besser, schneller, billiger?
Off-Chain oder On-chain, welche Transaktion ist besser, schneller, billiger?
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Kryptowährungen versprechen schnelle, kostengünstige, sichere und anonyme Transaktionen. Die Transaktionen zwischen den Teilnehmern finden On Chain statt, also direkt auf der entsprechenden Blockchain. Sie werden dort dauerhaft in einer Art Historie gespeichert, sobald sie durch das Netzwerk geprüft und für korrekt befunden wurden. Allerdings stoßen manche Kryptowährungen damit an technische Grenzen, was z. B. die Geschwindigkeit der Transfers betrifft - vor allem bei starker Auslastung.

Die Idee, Transaktionen Off Chain durchzuführen, entstand aus den Schwächen der On-Chain-Transaktionen, welche sich im Laufe der Zeit herauskristallisiert haben. Man versucht, das etablierte System noch im Detail zu optimieren, und schafft dafür eine Art Erweiterung. Off Chain und On Chain können teils auch als Hybridlösung direkt miteinander verwendet werden, um die Vorteile beider Ansätze in einem System zu vereinen.

Vorteile von Off-Chain-Transaktionen

Zu den großen Vorteilen von Off-Chain-Transaktionen zählen die höhere Geschwindigkeit, die niedrigeren Kosten, die höhere Skalierbarkeit des Systems und die höhere Anonymität der Transaktionen.

Geschwindigkeit

Transaktionen per Blockchain werden im Vergleich zu anderen Zahlungsmethoden (z. B. Banküberweisung) relativ schnell ausgeführt. Dennoch ist es nicht in jedem Fall angemessen, einige Minuten bis Stunden auf die Bestätigung einer Zahlung zu warten. Eine Zahlung per Kreditkarte ist z. B. in wenigen Sekunden abgewickelt, während man auf eine Transaktion per Bitcoin zehn Minuten oder länger warten muss. Je mehr Transaktionen sich in der virtuellen Warteschlange befinden, desto länger dauert die Abwicklung.

Off-Chain-Transaktionen umgehen diese Wartezeit. Sie können häufig sofort durchgeführt werden, denn sie warten nicht darauf, dass die Zahlung in einem riesigen Netzwerk verarbeitet und bestätigt wird. Stattdessen wird die Transaktion sofort im Kleinen bestätigt - quasi auf Vertrauensbasis. Allerdings kann dieses Vorgehen riskanter sein, als die Transaktion ganz offiziell durch das gesamte Netzwerk verifizieren zu lassen.

Kosten

Transaktionen auf einer Blockchain kosten in der Regel etwas. Die Bearbeitungsgebühr dient als Belohnung für Teilnehmer, die Ihre Zeit, Rechenleistung oder ihren Speicherplatz zur Verfügung stellen, um die Transaktion zu prüfen. Wie hoch diese Bearbeitungsgebühr ist, schwankt je nach System. Außerdem gibt es oft die Möglichkeit, etwas mehr für eine Transaktion zu bezahlen, um eine schnellere Abwicklung zu garantieren.

Findet eine Transaktion Off Chain statt, kann diese Gebühr entfallen. Schließlich findet direkt auf der Blockchain keine Transaktion statt, für die eine Bearbeitungsgebühr anfallen könnte.

Skalierbarkeit

Bei Kryptowährungen ist es häufig so, dass die Anzahl der möglichen Transaktionen pro Sekunde ein festes Limit hat. Bei Bitcoin sind z. B. höchstens 7 Transaktionen pro Sekunde technisch möglich. Kreditkarten ermöglichen weit mehr als 1.000 Transaktionen pro Sekunde. Damit eine Kryptowährung wie Bitcoin also auch im großen Stil für schnelle Zahlungen attraktiv ist, muss das System auch mit hoher Auslastung leistungsfähig bleiben. Mit Off-Chain-Transaktionen werden die technischen Limitierungen der Blockchain umgangen. So wird Kryptowährung für kleinere, alltägliche Zahlungen attraktiver.

Anonymität

Die Blockchains vieler Kryptowährungen sind für jeden öffentlich einsehbar. Das bedeutet, dass theoretisch jede Transaktion nachverfolgt werden kann. Zwar sind die einsehbaren Daten relativ anonym, aber Zahlungsströme und Transaktionsmuster lassen sich dennoch erkennen. Experten aus dem Bereich der IT-Forensik können längst die Personen hinter den Transaktionen ermitteln. Diese Arbeit ist aufwendig, aber nicht unmöglich.

Es wurden verschiedene Methoden entwickelt, um diesem Eingreifen in die Privatsphäre entgegenzuwirken. Neben Privacy Coins und Mixern können auch Off-Chain-Transaktionen dabei Helfen, Zahlungsströme zu verschleiern, z. B. indem die Details einzelner Transaktionen schlicht nicht öffentlich einsehbar sind.

(ID:47387146)