Definition NEM | XEM Was ist NEM?

Autor / Redakteur: Chrissikraus / Peter Schmitz

NEM ist eine auf Blockchain basierende Plattform für die gemeinschaftsorientierte Kryptowährung XEM. NEM hat mit dem Proof of Importance ein eigenes Konsensmodell zur Validierung von Blöcken geschaffen. Das Modell belohnt vor allem Teilnehmer, die sich am Netzwerk beteiligen und XEM aktiv als Zahlungsmittel nutzen. Das unterstützt das Ziel der Plattform, ein nachhaltiges Zahlungssystem aufzubauen.

Bei NEM gibt es kein „Mining neuer Token, sondern „Harvesting“. Dabei werden keine neuen Token generiert, stattdessen finanziert sich die Belohnung für Harvester aus einer geringen Gebühr, welche die Teilnehmer pro Transaktion bezahlen.
Bei NEM gibt es kein „Mining neuer Token, sondern „Harvesting“. Dabei werden keine neuen Token generiert, stattdessen finanziert sich die Belohnung für Harvester aus einer geringen Gebühr, welche die Teilnehmer pro Transaktion bezahlen.
(Bild: NEM Group Ltd)

NEM (Token: XEM) steht für New Economy Movement und hat sich zum Ziel gesetzt, eine bessere, ausgereiftere Version der Blockchain-Technologie zu entwickeln. Fokus der Plattform ist eine Kryptowährung, die die Gemeinschaft in den Mittelpunkt rückt. Die Idee hinter dem Projekt entwickelte sich, als die Gründer sich mit den Vor- und Nachteilen verschiedener Kryptowährungen befassten und anschließend den Wunsch hatten, ein neues, besseres System zu erschaffen.

Proof of Importance

Um sicherzustellen, dass nur gültige Transaktionen auf der Blockchain gespeichert werden, nutzen Kryptowährungen verschiedene Methoden, um einen Konsens zu erreichen. Die bekannteste Variante ist der Proof of Work (PoW), den z. B. Bitcoin verwendet. Hierbei muss ein Arbeitsnachweis erbracht werden, indem Teilnehmer eine komplexe und rechenintensive Aufgabe lösen, bevor man dazu berechtigt wird, einen neuen Block zu generieren. Dieser Nachweis stellt eine Hürde in Form von hohen Kosten für Strom und Hardware dar und soll damit erreichen, dass nur Teilnehmer mit nachhaltigem Interesse am Netzwerk an der Validierung mitwirken.

NEM bedient sich einer anderen Option: Beim Proof of Importance (PoI) wird bevorzugt ein Teilnehmer für die Validierung ausgewählt, der für das Netzwerk als wichtig gilt. Diese Wichtigkeit wird danach beurteilt, wie häufig ein Teilnehmer Transaktionen auf der NEM-Blockchain ausführt, wie hoch diese Transaktionen sind, mit wie vielen anderen Teilnehmern er handelt und wie viele Token (XEM) er besitzt. Wer teilhaben möchte, muss ein Vermögen von mindestens 10.000 XEM vorweisen. Außerdem zählen die Token erst für den Auswahlprozess, wenn sie eine bestimmte Zeit lang im Besitz des Teilnehmers sind. Ziel dieser Kriterien ist es, dass vor allem Teilnehmer die Validierung vornehmen, die aufgrund ihrer hohen Aktivität im Netzwerk ein legitimes Interesse daran haben sollten, dass die Integrität der Blockchain nachhaltig gewahrt bleibt.

Weitere Vorteile von Proof of Importance

Ein Nebeneffekt von Proof of Importance ist, dass eher diejenigen Teilnehmer ausgewählt werden, die NEM aktiv als Zahlungsnetzwerk nutzen. Weiterer Effekt: Anders als Proof of Work erfordert dieser Mechanismus keine zeit- und kostenintensiven Rechenaufgaben, sodass Transaktionen merklich schneller und preiswerter möglich sind. NEM generiert etwa einmal pro Minute einen neuen Block (Bitcoin: ca 1 Block pro 10 Minuten, Litecoin: ca 1 Block pro 2,5 Minuten).

Harvesting und Delegated Harvesting

Während bei Bitcoin und Co. Miner diejenigen sind, die neue Blöcke generieren und die Belohnung einstreichen, nennt sich diese Rolle bei NEM "Harvester". Wichtiger Unterschied zum Mining ist, dass beim Harvesting keine neuen Token generiert werden. Stattdessen finanziert sich die Belohnung für Harvester aus einer geringen Gebühr, welche die Teilnehmer pro Transaktion bezahlen. Ein Problem von NEM ist, dass der Proof of Importance tendenziell eher wichtige (sprich reiche) Harvester bevorzugt und ihnen so dabei hilft, häufiger zusätzliche Token als Belohnungen für die Validierung zu verdienen. Wohlhabende Teilnehmer hätten es in solche einem System folglich leichter als weniger vermögende Teilnehmer, ihren Reichtum weiter auszubauen. Um dem entgegenzuwirken, erlaubt NEM es allen Teilnehmern, andere Knoten stellvertretend mit dem Harvesting zu beauftragen und damit passiv einen kleinen Bruchteil der Belohnung zu verdienen. Man spricht dann von Delegated Harvesting. So haben mehr Nutzer die Möglichkeit, von den Belohnungen für das Harvesting zu profitieren, ohne sich regelmäßig aktiv zu beteiligen.

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