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Definition Fiatgeld Was ist Fiatgeld?

| Redakteur: Peter Schmitz

Unter dem Begriff Fiatgeld sind Zahlungsmittel zusammengefasst, die keinen eigenen inneren Wert besitzen und künstlich (z. B. durch einen Staat) ins Leben gerufen wurden. Die meisten modernen Währungen sind Fiatgeld. Sie besitzen einen rein fiktiven Wert und gewinnen ihre Kaufkraft daraus, dass die Nutzer der Währungen an ihren Wert glauben - ähnlich wie bei Kryptowährungen.

Unter dem Begriff Fiatgeld sind Zahlungsmittel zusammengefasst, die keinen eigenen inneren Wert besitzen.
Unter dem Begriff Fiatgeld sind Zahlungsmittel zusammengefasst, die keinen eigenen inneren Wert besitzen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Fiatgeld ist ein Begriff, den man vor allem in Zusammenhang mit klassischen Währungen wie dem Euro, dem Pfund Sterling oder dem US-Dollar hört. Es handelt sich um ein Zahlungs- oder Tauschmittel, das künstlich erschaffen wurde und keinen inneren Wert besitzt. Die meisten staatlich festgelegten Währungen erfüllen die Kriterien, um als Fiatgeld zu gelten. Geld ist aber nicht automatisch gleichbedeutend mit Fiatgeld.

Künstlich erschaffene Währungen

Wie bereits erwähnt wird Fiatgeld künstlich erschaffen, z. B. indem ein Staat oder eine Zentralbank Banknoten und Münzen herausgibt und ihnen einen bestimmten Wert zuordnet. Die so erschaffene Währung wird offiziell anerkannt und somit in der Regel erfolgreich mit dem Versprechen verbunden, dass sie gegen Güter und Dienstleistungen eingetauscht werden kann. Wichtig ist hierbei nicht die offizielle Anerkennung, sondern, dass die Nutzer der Währung daran glauben, dass die Kaufkraft real ist - also dass die Währung einen gewissen Gegenwert speichert. Der Umstand, dass eine vertrauenswürdige Organisation die Währung herausgibt, unterstützt lediglich dieses Vertrauen. Außerdem muss das Zahlungsmittel allgemein akzeptiert werden, also z. B. bei Händlern und Dienstleistern gegen deren Waren und Services eingetauscht werden können.

Wichtig ist außerdem, dass Fiatgeld an sich, also z. B. die Banknoten und Münzen, keinen nennenswerten inneren Wert haben. Natürlich besitzen Papier, Tinte oder Metall einen gewissen Wert. Dieser stimmt aber nicht mit dem Wert überein, den die Noten und Münzen repräsentieren; der Materialwert hat keinen Einfluss auf den Wert der Währungseinheiten. Dieser ist rein fiktiv und wird vom Herausgeber bestimmt.

Zudem ist Fiatgeld nicht limitiert: Während Edelmetalle und Rohstoffe eine endliche Ressource sind, kann eine Zentralbank theoretisch beliebig viel Fiatgeld nachproduzieren, um den Wert einer Währung zu regulieren. Der Vorteil hiervon ist, dass Regierungen hierdurch die Stabilität des Währungssystems gewähren können. Der Nachteil ist, dass unverantwortliche Geldpolitik bis zum Zusammenbruch der Währung führen kann.

Fiatgeld vs. Warengeld

Das Gegenstück zum Fiatgeld ist das Warengeld oder Naturalgeld. Dabei handelt es sich in der Regel um lagerfähige Güter, die eine ähnliche Funktion wie Geld übernehmen können. Das funktioniert, weil sie einen relativ stabilen inneren Wert haben. Innerer Wert bedeutet, dass die Güter von sich aus einen gewissen Gegenwert haben und daher gegen andere Güter getauscht werden können. Güter, die als Warengeld infrage kommen, können z. B. Edelmetalle wie Gold und Silber oder Rohstoffe und Güter wie Salz, Tee, Reis oder Gewürze sein. Bestünden die Münzen einer Währung aus Gold oder Silber, würde es sich daher auch nicht um ein typisches Fiatgeld handeln. Ein verbreitetes Beispiel sind Zigaretten in Gefängnissen: Hier ist reguläres Geld nicht verfügbar, sodass sich unter den Insassen in vielen Fällen Zigaretten als neues Zahlungsmittel für allerlei Güter durchgesetzt haben.

Fiatgeld vs. Kryptowährungen

Auch wenn man fälschlicherweise häufig von Fiatgeld vs. Kryptowährung liest: Kryptowährungen sind rein theoretisch sogar das ideale Fiatgeld und werden daher häufig auch als solches betrachtet. Denn Kryptowährungen haben in der Regel gar keinen inneren Wert, da sie tatsächlich nur digital existieren. Sie sind künstlich erschaffen und schöpfen ihren Wert als Zahlungsmittel mehr oder weniger aus der Erwartungshaltung der Nutzerschaft. Sie können einen Wert speichern. Und etablierte Kryptowährungen wie Bitcoin werden inzwischen von einer Vielzahl an Händlern und Unternehmen als Zahlungsmittel akzeptiert. Was mit dieser Gegenüberstellung also normalerweise gemeint ist, sind die Unterschiede zwischen herkömmlichem Geld und Kryptowährungen.

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