Definition Kryptobörse Was ist eine Kryptobörse?

Autor / Redakteur: Blue Floyd / Peter Schmitz

Um Fiat-Währungen wie Euro oder den US-Dollar in Kryptowährungen umzuwandeln, nutzen viele Menschen Kryptobörsen. Hunderte Anbieter existieren auf dem Markt und unterteilen sich in zentralisierte Börsen (CEX) und dezentralisierte Börsen (DEX). Geld verdient eine Börse damit, dass Gebühren bei jedem Handel einbehalten werden. Umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen garantieren dabei Sicherheit.

Eine Kryptobörse erlaubt den Handel mit diversen Kryptowährungen.
Eine Kryptobörse erlaubt den Handel mit diversen Kryptowährungen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Eine Kryptobörse stellt je nach Größe einige Dutzend bis einige Hundert oder auch Tausend Handelspaare bereit. Das Handelspaar USDT-BTC beispielsweise würde bedeuten, dass sich damit Tether (USDT) und Bitcoin (BTC) handeln lässt. Verkäufer und Käufer finden zusammen und füllen das Orderbuch mit Kauf- und Verkaufsangeboten. Dies garantiert, dass Käufer aktuell zum besten Preis kaufen und Verkäufer zum besten Preis verkaufen können. Jeder Handel, der über die Kryptobörse getätigt wird, wirft für die Börse anteilig einen Gewinn ab - beispielsweise 1 Prozent der Handelssumme. So verdient die Börse Geld und kann die laufende Operation bereitstellen.

Wie interagiere ich mit einer Kryptobörse?

Um handeln zu dürfen, müssen Personen sich anmelden und häufig verifizieren. Bei sehr kleinen Handelsvolumina wird eine Börse keine Verifikation der eigenen Identität verlangen. Ab einem bestimmten Betrag (der je nach Börse unterschiedlich ausfällt) müssen sich Handelnde jedoch durch Ausweis, Reisepass und eventuell weitere Dokumente verifizieren.

Die Börsen unternehmen teilweise extreme Anstrengungen, um Sicherheit zu gewährleisten. So sind dreiteilige Authentifizierungsmaßnahmen heute keine Seltenheit mehr:

  • 1. Ein PIN-Code wird für den Handel und Abhebungen vom Konto festgelegt und bei jeder Überweisung verlangt.
  • 2. Das E-Mail-Konto erhält bei jeder Überweisung einen Zahlencode, der ebenfalls eingegeben werden muss.
  • 3. 2FA-Apps, wie Googles Authenticator, sind ebenfalls weit verbreitet und stellen eine weitere Sicherheitsebene dar.

Es ist somit inzwischen Alltag, dass Börsen drei unterschiedliche, individuelle Codes pro Transaktion verlangen. Dies kann störend wirken, dient aber letztendlich der Sicherheit.

Was sind zentralisierte und dezentralisierte Börsen?

Zentralisierte Börsen (CEX für "Centralized Exchange") wie Binance oder Coinbase sind gewöhnliche Unternehmen, die eine Dienstleistung in Form einer Kryptobörse bereitstellen. Sie erheben eine bestimmte Gebühr pro Transaktion und verbinden Käufer und Verkäufer miteinander. Der Nachteil an diesen Börsen ist, dass sie einem der Gedanken der Kryptowährungen - der Dezentralisierung - eigentlich entgegenlaufen. Außerdem werden bestimmte Gebühren teilweise willkürlich festgelegt, sodass Abhebungen allein horrende Kosten verursachen können.

Dezentralisierte Börsen (DEX für "Decentralized Exchange") wie Uniswap arbeiten anders: Es gibt kein klassisches Unternehmen und Käufer und Verkäufer treten nicht in direkten Kontakt. Stattdessen wird der Handel von Währungen - wie vielleicht ETH in USDC - über Liquiditätspools und Smart Contracts abgewickelt. Nutzer stellen Liquidität in einem Pool bereit, auf die andere Handelnde dann zugreifen können. Dafür werden die Nutzer, die Liquidität bereitstellen, belohnt, indem sie Gebühren erhalten. Da dezentralisierte Börsen direkt auf das Geld in der Wallet des Nutzers zugreifen und kein Geld an die Börse überwiesen werden muss, sind diese etwas sicherer.

Zwei Nachteile haben dezentralisierte Börsen: Die Liquidität ist gerade bei kleinen Coins sehr gering, große Handelsvolumina sind eher selten der Fall. Außerdem arbeiten sie im Durchschnitt langsamer als ihre zentralisierten Gegenstücke. Dafür entfallen aber jegliche KYC-Maßnahmen: Interessenten können ihre Wallet mit der Börse verbinden und sofort mit dem Handel beginnen. Anmeldungen, Verifikationen & Co. entfallen komplett. Ob dies langfristig so bleiben wird, ist aktuell eine Frage, die regulatorische Maßnahmen beantworten werden.

Wie werden neue Währungen an der Börse gelistet?

Betreiber, die ein neues Kryptoprojekt starten, müssen sich auf einen Listenplatz an einer Börse bewerben. Je nach Größe verursacht dies unterschiedliche Kosten. An kleinen Börsen kann ein fünfstelliger Betrag ausreichen. Schwergewichte wie Binance verlangen in der Regel einen Betrag von mehr als einer Million US-Dollar. Es besteht für junge Kryptoprojekte somit ein erhebliches finanzielles Risiko, wenn diese sich großen Börsen zuwenden.

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