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Recyceltes Kobalt

Volvo Cars experimentiert mit der Blockchain

| Autor/ Redakteur: Martin Hensel / Peter Schmitz

Der schwedische Automobilhersteller Volvo Cars, mittlerweile Teil des chinesischen Konzerns Geely, hat in seinen Fahrzeugen verbautes Kobalt mittels Distributed-Ledger-Technik nachverfolgt. Zudem trat das Unternehmen einem Blockchain-Projekt bei.

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Der schwedische Autohersteller testet derzeit den Einsatz von Distributed-Ledger-Technik.
Der schwedische Autohersteller testet derzeit den Einsatz von Distributed-Ledger-Technik.
(Bild: Volvo Cars)

In der Automobilbranche nimmt der Druck zu, die Herkunft bestimmter Rohstoffe nachverfolgbar zu gestalten. Im Fokus stehen dabei Themen wie Konfliktmineralien oder Abbau von Rohstoffen unter Einsatz von Kinderarbeit. Die Blockchain könnte hierbei in der Lieferkette Abhilfe schaffen. Volvo Cars hat bereits ein entsprechendes Projekt umgesetzt: Per Blockchain wurden Kobalt-Lieferungen einer chinesischen Recyclinganlage an das Werk in Zhejiang über einen Zeitraum von zwei Monaten nachverfolgt. Ziel war dabei, eine möglichst hohe Transparenz und einen lückenlosen Herkunftsnachweis zu erzielen.

Blockchain bleibt Thema

Die genutzte Blockchain wurde vom britischen Unternehmen Circulor auf Basis von Oracle-Technik entwickelt. Sie soll noch im Laufe des Jahres auf breiter Front zum Einsatz kommen. Volvo machte aber keine Angaben, wie das Unternehmen in Sachen Blockchain konkret weiter vorgehen will. Allerdings gab der Autobauer bekannt, dass man gemeinsam mit Ford, IBM, LG Chem und Huayou Cobalt einem entsprechenden Projekt von RCS Global beigetreten sei. Auch hier geht es vor allem um die Verbesserung der bestehenden Lieferkettensysteme.

Schwierige Rahmenbedingungen

Kobalt kommt vor allem beim Batteriebau zum Einsatz. Rund zwei Drittel aller Bestände stammen aus der Demokratischen Republik Kongo, wo zahlreiche Probleme bis hinauf auf die Regierungsebene existieren. So berichtete Glencore, ein Unternehmen das Kobalt im Kongo abbaut, von diversen Schwierigkeiten: Dazu zählte unter anderem das Eindringen örtlicher Bergarbeiter auf die eigene Konzession.

Zudem sind Experten für das Tracking von Mineralien der Meinung, dass Blockchain allein nicht die Antwort ist. Trotzdem ist man den Möglichkeiten gegenüber aufgeschlossen, etwa um die Definition von Zuständigkeiten zu verbessern und Streitigkeiten zwischen Beteiligten zu verhindern.

„Keine Technologie kann Sorgfaltspflichten vollständig ersetzen. Aber sie kann die Durchsetzung von Standards verbessern, indem sie ungeplante Ereignisse hervorhebt“, erklärte Circulor-CEO Doug Johnson-Poensgen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

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