AEB und Fraunhofer IML kooperieren Vollständig digitale Zollabwicklung per Blockchain

Autor / Redakteur: Martin Hensel / Peter Schmitz

Der Logistik-Softwareanbieter AED und das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) kooperieren im Rahmen der Forschungsinitiative Blockchain Europe. Im Fokus steht die Blockchain-basierte Zollabwicklung innerhalb zukünftiger Lieferketten.

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AEB und das Fraunhofer IML widmen sich der Zukunft der Zollabfertigung.
AEB und das Fraunhofer IML widmen sich der Zukunft der Zollabfertigung.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Das Stuttgarter Unternehmen und das Fraunhofer IML arbeiten gemeinsam an einer Zolllösung auf Blockchain-Basis. Ziel des Projekts ist eine durchgängig digitale und weitestgehend automatisierte Zollabwicklung.

Zu diesem Zweck wollen die Partner sämtliche Zollunterlagen digital verfügbar und damit die bisher üblichen Papierdokumente überflüssig machen. Per Blockchain sollen dabei Vorgänge und Dokumente für alle Beteiligten sicher hinterlegt und an den Warenfluss gekoppelt aktualisiert werden. Auf diese Weise hätten beispielsweise Im- und Exporteure, Logistikpartner, Transportunternehmen sowie Zollbroker und -behörden stets nachvollziehbare und aktuelle Daten zur Verfügung.

Erster Schritt eingeleitet

Im ersten Schritt will das Projekt zunächst das Ausfuhrbegleitdokument digitalisieren. In diesem bestätigt die zuständige Zollstelle die zulässige Ausfuhr. Sie schickt das Dokument als PDF an den Exporteur, dieser druckt es aus und legt es der Sendung bei. Der Empfänger ist nicht in den Prozess eingebunden und erhält dadurch viele relevante Informationen erst gemeinsam mit der Ware. Die Papierform erfordert zudem die erneute digitale Erfassung der Daten für die Importanmeldung.

„Durch die zahlreichen Beteiligten am Zollprozess verursacht der bisher papierbasierte Ablauf beim Ausfuhrbegleitdokument oftmals einen großen Aufwand“, erklärt Dr. Ulrich Lison, Außenwirtschaftsexperte und Mitglied des AEB-Verwaltungsrats. „Genau hier will unser Projekt ansetzen und das Ausfuhrbegleitdokument entlang des gesamten Prozesses durchgängig digitalisieren“, ergänzt er. Dies führe zu mehr Transparenz im Abwicklungsprozess, weniger manuellem Aufwand und einfachere Überprüfungen, die bislang aufwendig vor Ort durchgeführt wurden.

Weitere Partner gesucht

Um schnell erste Ergebnisse zu erzielen, setzen AEB und das Fraunhofer IML auf einen agilen SCRUM-Prozess. Zudem sucht Blockchain Europe nach weiteren Partnern für das Projekt, darunter auch vom Brexit betroffene Firmen. Durch den EU-Austritt und die dadurch nötigen Export- und Importanmeldungen hat das Thema Zoll im Warenverkehr mit Großbritannien drastisch an Bedeutung gewonnen.

Einblicke in das Konzept und den Ansatz gibt es im Rahmen des Online-Events „get reconnected“ am 22. Juni. In zwei Sessionen stellen die Partner dort ihr Projekt vor. Weitere Informationen und eine kostenfreie Anmeldemöglichkeit sind auf der AEB-Website zu finden.

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