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Blockchain-Projekte Besu, Burrow, Fabric, Indy, Iroha, Sawtooth Top-6 Hyperledger-Projekte im Überblick

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Peter Schmitz

Hyperledger, die Blockchain-Koperation bzw. das Projekt der Linux Foundation steht als Open Source zur Verfügung. Das bedeutet, dass Lösungen, die in diesem Rahmen entwickelt werden, ebenfalls als Open Source zur Verfügung stehen. Wir stellen die wichtigsten Hyperledger-Projekte Besu, Burrow, Fabric, Indy, Iroha und Sawtooth kurz vor.

Bei Hyperledger gibt es sechs bekannte Projekte, die „Distributed Ledgers“ umsetzen: Besu, Burrow, Fabric, Indy, Iroha und Sawtooth.
Bei Hyperledger gibt es sechs bekannte Projekte, die „Distributed Ledgers“ umsetzen: Besu, Burrow, Fabric, Indy, Iroha und Sawtooth.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Hyperledger und Ethereum gehören zu den Platzhirschen, wenn es darum geht Blockchain-Lösungen mit dazugehörigen Frameworks, Tools und Modulen zur Verfügung zu stellen. Es ist zu erwarten, das Hyperledger und Ethereum sich in Zukunft gegen die meisten anderen Plattformen durchsetzen werden, da bereits jetzt die Lösungen und Blockchains der einzelnen Projekte sehr verbreitet sind.

Überblick zu Hyperledger-Projekte

Das Hyperledger-Projekt fördert als übergeordnete Instanz zahlreiche Unterprojekte im Blockchain-Bereich. Die Projekte sind aber eigenständig und unabhängig nutzbar. Die Frameworks in Hyperledger lassen sich auch gemeinsam nutzen, um zum Beispiel die Vorteile eines Projektes bei einem anderen Projekt nutzen zu können. Ein Beispiel für diese Zusammenarbeit sind Burrow und Fabric, die es ermöglicht Ethereum-Funktionen auch in Fabric zu nutzen, zum Beispiel Smart Contracts.

Zu den bekannten Projekten gehören auch verschiedene „Distributed Ledgers“, also eigenständige Blockchain-Lösungen. Dabei handelt es sich jeweils um eine verteilte Datenbank, bei der es keine zentrale vertrauenswürdige Autorität gibt. Bei der Verarbeitung von Transaktionen in Blöcken im Rahmen einer Blockchain entsteht ein „Distributed Ledger“. Projekte, die unterhalb von Hyperledger zur Verfügung gestellt werden, sind generell unter der Apache 2-Lizenz als Open Source verfügbar, auch kostenlos. In diesem Rahmen gibt es bei Hyperledger sechs bekannte Projekte, die „Distributed Ledgers“ umsetzen: Besu, Burrow, Fabric, Indy, Iroha und Sawtooth.

Generell liegt ein Schwerpunkt der Projekte in Hyperledger auf privaten Netzen (private permissioned). In solchen Szenarien wird für jeweils jeden Einsatz eines solchen Projektes ein eigenes Netz aufgebaut, in dem auch unabhängige Rollen und Rechte verteilt und gesteuert werden. Auf Basis dieser Rollen und Rechte werden auf Basis des Projektes die Transaktionen ausgeführt und abgesichert. In diesem Rahmen müssen die Teilnehmer beim Projekt registriert sein, damit sie mit Identitäten arbeiten und in das konfigurierte Rollen- und Rechtekonzept des jeweiligen Netzwerkes integriert werden können.

Ethereum-Client Hyperledger Besu

Hyperledger Besuist ein Ethereum-Client alls auf Basis von Open Source (Apache 2-Lizenz). Der Client wurde mit Java entwickelt. Besu bietet mehrere Konsens-Algorithmen, zum Beispiel PoW und PoA (IBFT, IBFT 2.0, Etherhash und Clique).

Besu ist für den Einsatz in einer Konsortiumsumgebung optimiert, kann also für ein privates Blockchain-Netzwerk genutzt werden. Besu kann im öffentlichen Ethereum-Netzwerk genauso genutzt werden, wie in privaten Netzwerken (private permissioned). Auch mit Rinkeby, Ropsten und Görli kann Besu genutzt werden. Alle Funktionen, die Besu unterstützt, sind im Blog des Projektes bei Hyperledger zu finden (https://www.hyperledger.org/blog/2019/08/29/announcing-hyperledger-besu).

Hyperledger Burrow – Ethereum-Kompatibilität in Hyperledger

Hyperledger Burrow ist eine Blockchain, die kompatibel mit Ethereum ist. Aus diesem Grund unterstützt sowohl EVM- als auch WASM-basierte Smart Contracts. Burrow nutzt den BFT-Konsens über Tendermint-Algorithmus. Burrow kann in privaten Blockchains genutzt werdem, auch mit Hyperledger Fabric, aber auch die Anbindung an öffentliche Blockchains stellt natürlich kein Problem dar. Burrow kann in Fabric integriert werden, um zum Beispiel Smart Contracts auf Basis von Ethereum auch in Hyperledger Fabric zu nutzen. Das Projekt verfügt über ein ausgeklügeltes Ereignissystem. Relationale Datenbankabbildungen von On-Chain-Daten sind ebenfalls integriert. Die Verwaltung und Genehmigung ist Bestandteil des Projektes.

Hyperledger Fabric – Das bekannteste Projekt bei Hyperledger

Bei Fabric handelt es sich um ein Blockchain-Framework im Rahmen der Hyperledger-Kopperation. Hyperledger Fabric ist das derzeit bekannteste und erfolgreichste Projekt von Hyperledger. Es ist das erste Projekt, das aus dem Inkubator-Status zum Projekt erhoben wurde, und wird derzeit an zahlreichen Stellen eingesetzt. Hyperledger Fabric (HLF) ist sozusagen ein modulares Framework. HLF ist diesbezüglich auch sehr flexibel, was die verschiedenen Konsensprotokolle betrifft und arbeitet hier auch mit Hyperledger Burrow zusammen, um auch Ethereum Smart Contracts anbinden zu können. Hyperledger Fabric unterstützt auch das anlegen von privaten Channels, mit denen sich jeweils eigene Ledgers betreiben lassen. Dadurch lassen sich zum Beispiel verschiedene Untergruppen voneinander trennen, ähnlich wie bei Cloud-Lösungen.

Indy – Dezentrale Identitäten

Indy ist ein Hyperledger-Projekt das bei der Erstellung von dezentralen Identitätssystemen hilft. Bestandteil sind Tools und Bibliotheken zur Erstellung digitaler Identitäten, auf Basis eines Distributed Ledgers. Das verteilte Ledger von Indy wurde speziell für eine dezentralisierte Identität entwickelt wurde. Im Fokus von Hyperledger Indy steht die Entwicklung von dezentralisierten Identitätsspezifikationen, die unabhängig von einem bestimmten Ledger sind. Dadurch kann eine Interoperabilität mit allen unterstützten, Distributed Ledgers erreicht werden.

Iroha – Blockchain Framework zur Integration in Infrastrukturprojekte

Hyperledger Iroha ist ein Blockchain-Framework, das von Hitachi, NTT Data und Colu gepflegt wird. Iroha kann relativ leicht in Infrastrukturprojekte integriert werden kann, die eine verteilte Ledger-Technologie benötigen. Mit Iroha lassen sich zum Beispiel mobile Anwendungen mit Client-Bibliotheken für Android und iOS entwickeln. Generell ist Iroha auch für Blockchain-Anfänger geeignet, da zur Entwicklung mit Iroha keine umfassenden Blockchain-Kenntnisse vorhanden sein müssen. Natürlich sind grundlegende Kenntnisse sinnvoll, da nur so eine vernünftige Blockchain-Lösung erstellt werden können. In jedem Fall versprechen die Entwickler, dass das Netzwerk in wenigen Minuten erstellt ist. Entwickler können vorgefertige Befehle in Iroha nutzen, um zum Beispiel Assets zu erstellen, zu registrieren oder zu übertragen.

Sawtooth – Modulares Blockchain-Farmework

Das Projekt Sawtooth wird von Intel beigesteuert. Sawtooth kann in privaten Blockchains (private permissioned) genauso genutzt werden, wie in öffentlichen Blockchain-Lösungen (public permissioned). Das Blockchain-Framework verwendet eine modulare Plattform für den Aufbau, Bereitstellung und den Betrieb von verteilten Ledgern. Die Distributed Ledgers können verschiedene Konsens-Algorithmen verwenden. Standardmäßig nutzt Sawtooth den PoET-Konsensalgorithmus (Proof of Elapsed Time).

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist