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Transaktionen im Unternehmen vereinfachen

So funktioniert die Blockchain

| Autor/ Redakteur: Thomas Joos / Peter Schmitz

Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum sind nur zwei Beispiele, wie die Blockchain-Technologie genutzt werden kann. Unternehmen können eine eigene Blockchain für interne Transaktionen nutzen. Das vereinfacht Firmeninterne Zahlungs- und Liefervorgänge.

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Die Möglichkeiten von Blockchains sind bei weitem umfassender als die „einfache“ Anwendung, digitale Währungen zu erschaffen.
Die Möglichkeiten von Blockchains sind bei weitem umfassender als die „einfache“ Anwendung, digitale Währungen zu erschaffen.
(© Sergey Nivens - stock.adobe.com)

Kryptowährungen sind nur ein Beispiel, wie Blockchains genutzt werden können. Dabei nutzen digitale Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum zwar die Blockchain-Technologie, stellen selbst aber nicht die Definition von Blockchain dar. Die Blockchain-Technologie kann auch außerhalb von Kryptowährungen eingesetzt werden. Bitcoin ist also nur ein Produkt, das die Blockchain-Technologie nutzt.

Wir gehen in diesem Beitrag darauf ein, wie die Blockchain-Technologie grundsätzlich funktioniert. Dabei vereinfachen wir die dahinterliegende, sehr komplexe Technologie, damit klar wird, wie eine Blockchain funktioniert, und für was sie verwendet werden kann.

Was ist die Blockchain?

Bei einer Blockchain handelt es sich um eine lange Datenkette aus Blöcken, die alle Transaktionen speichert und damit enthält, die mit ihr getätigt wurde. Die Blockchain enthält also immer alle Daten, die Clients im Blockchain-Netzwerk betreffen und die zwischen Clients ausgetauscht wurden. Zusätzlich bildet jeder Block am Ende einen eigenen Hashwert/digitale Signatur, die der nächste Block nutzen kann. Dadurch wird die Kette fälschungssicher. Blöcke sind sehr komplex aufgebaut und langwierig in der Berechnung.

Die einzelnen Blöcke im Blockchain-Netzwerk bauen also aufeinander auf. Jeder Block enthält eine bestimmte Anzahl an Transaktionen. Bei den Clients handelt es sich zum Beispiel um die digitalen Geldbeutel, in denen die entsprechende Währung gespeichert ist. Am Beispiel von Bitcoin ist das die „Wallet“. Häufig wird auch von „Digital Ledgers“ gesprochen, wenn es um die Knoten in einem Blockchain-Netzwerk geht. Es gibt aber eine Vielzahl weiterer Beispiele. Die Knoten, also Wallets oder Digital Ledgers kennen immer alle Transaktionen der jeweiligen Blockchain. Die ganze Blockkette wird im Netzwerk verteilt. Dadurch kennt jeder Client die ganze Blockkette, und die aufeinander aufbauenden Blöcke kennen jeweils den vorhergehenden Block.

Sicherheit durch Kryptografie

Eine Blockchain kann also bestimmte Vorgänge, zum Beispiel einen Produktionsablauf verifizieren, in dem die einzelnen Produktionsprozesse in der Blockchain in den Blöcken gespeichert werden, aus denen die jeweilige Blockchain besteht. Dadurch sind zum Beispiel alle Prozesse beim Herstellen von Diamanten nachvollziehbar, da gespeichert werden kann, wo Diamanten geschürft, geschliffen und schließlich verkauft werden.

In einem Blockchain-Netzwerk ist es nicht möglich vorherige Transaktionen zu verändern, da der nächste Block die Daten des vorherigen Blocks nutzt. Der nächste Block kennt einen Hashwert, beziehungsweise die Signatur des vorherigen Blocks, die wiederum durch die einzelnen Transaktionen des Blocks erstellt werden. Wird am vorherigen Block etwas geändert, zum Beispiel durch einen Fälschungsversuch, erkennt das der nächste Block sofort, da sich dadurch auch der Hashwert/digitale Signatur ändert.

Dadurch wird absolute Transparenz im Blockchain-Netzwerk erreicht und vor allem Fälschungssicherheit. Zusätzliche Sicherheit wird dadurch erreicht, dass alle Knoten im Netzwerk die ganze Kette gespeichert haben. Würde es also jemand schaffen, den ungeheuren Rechenaufwand durchzuführen einen Block so zu fälschen, dass alle anderen Blöcke das akzeptieren, muss diese gefälschte Kette auch im ganzen Netzwerk verteilt werden.

Der Fokus der Blockchain-Technologie liegt also in der Sicherheit, Transparenz und der Dezentralität. Das alles verhindert, dass einzelne Personen oder Institutionen die Kontrolle über die Blockchain erhalten, aber alle Teilnehmer alle Informationen nutzen können, die sie für die Verwendung der Blockchain benötigen.

Setzen Unternehmen eine eigene Blockchain-Technologie ein, können sie auch auf Cloud-Lösungen setzen. Es ist nicht notwendig eigene Ressourcen dafür aufzuwenden. Bei einer Blockchain können Bezahl- und Liefervorgänge zwischen Teilnehmern in einem Blockchain-Netzwerk abgewickelt werden. Die Blockchain-Technologie kann also auch intern eingesetzt werden. Außerdem können Unternehmen natürlich auch mehrere Blockchains nutzen, zum Beispiel für das Abwickeln mehrerer, verschiedener Produktionsabläufe im Unternehmen.

Dezentrale Speicherung von Transaktionen

Der Vorteil der Blockchain-Technologie besteht darin, dass diese dezentral ist. Die einzelnen Bezahlvorgänge werden von allen Teilnehmern des Netzwerks gespeichert, sind also sehr sicher. Es gibt keine Zentrale mehr, zum Beispiel eine Bank, die sich merkt, welche Transaktionen durchgeführt wurden, sondern jeder Client im Netzwerk kennt jede Transaktion. Das macht die Transaktionen sehr fälschungssicher. Im Netzwerk sind alle Clients jederzeit über alle internen Transaktionen informiert. Bei der Speicherung der Transaktionen wird aber natürlich nicht gespeichert welche Person die Zahlung durchgeführt hat und welches Produkt bezahlt wurde. Es wird nur der reine Bezahlvorgang gespeichert, um sicherzustellen, dass der entsprechende Wert in der Blockchain, zum Beispiel Bitcoin oder Ethereum dem richtigen Client gehört.

Für welche Einsatzgebiete lässt sich die Blockchain noch nutzen? - Smart Contracts

Blockchains sind bei weitem umfassender als die „einfache“ Möglichkeit digitale Währungen zu erschaffen. Entwickler können die Blockchain-Technologie auch für eigene Zwecke nutzen. Wir sind in diesem Beitrag bereits auf Produktionsketten eingegangen, die sich mit Blockchain verifizieren lassen.

Beim Einsatz von Blockchain im Unternehmen fällt häufig der Begriff „Smart Contracts“. Beispiele dafür sind Hyperledger oder Ethereum. Die beiden Techniken bieten weit aus mehr Möglichkeiten als Bitcoin. Mit Smart Contracts können Abläufe im Unternehmen in einer Blockchain abgebildet werden, ohne auf einen zentralen Server zu müssen. In einer Lieferkette kann dadurch zum Beispiel festgelegt werden, dass beim Liefern von Produkten automatisch Zahlungsvorgänge ebenfalls über die Blockchain ablaufen. Geschäftsprozesse, die Organisationsübergreifend sind, und die ansonsten viele Papierdokumente erfordern, lassen sich mit der Blockchain digitalisieren und gleichzeitig revisionssicher machen. Wenn eine Revision notwendig ist, reicht es aus einfach die Blockchain weiterzugeben. Über diese ist nachvollziehbar, welche Transaktionen durchgeführt wurden, also zum Beispiel welche Produkte wurden geliefert und bezahlt.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist