Pilot-Implementierung vollzogen Self-Sovereign Identity im Praxiseinsatz

Autor / Redakteur: Martin Hensel / Peter Schmitz

Die erste Schweizer Pilot-Implementierung der Self-Sovereign-Identity-Technologie ist in den Produktiveinsatz gegangen. Dafür haben die Spezialisten für verteilte Systeme Esatus und AdNovum den Verein Cardossier mit einem dezentralen Identitätsmanagement ausgestattet.

Stéphane Mingot (AdNovum), Matthias Loepfe (Cardossier), Dr. André Kudra (Esatus)
Stéphane Mingot (AdNovum), Matthias Loepfe (Cardossier), Dr. André Kudra (Esatus)
(Bild: Esatus)

Bei Cardossier handelt es sich um ein dezentrales Ökosystem für lückenlose Dokumentationen über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs hinweg. Die vom gleichnamigen Verein betriebene Plattform wurde von AdNovum entwickelt und wurde jetzt um die nächste Generation des Identitäts- und Berechtigungsmanagements erweitert. Nutzer sollen sich damit künftig einfacher verbinden und passwortlos anmelden können.

SSI im Live-Betrieb

Das System basiert auf der Komplettlösung SeLF der Esatus AG. Dank ihres modularen Designs ließ sie sich in die vorhandene IT-Struktur von Cardossier integrieren und geht im Rahmen einer Pilot-Implementierung für alle Vereinsmitglieder live. SeLF nutzt Technologien aus der Self-Sovereign-Identity-Community (SSI), darunter etwa Hyperledger Indy und Hyperledger Aries.

Zertifikate für den passwortlosen Zugang („Verifiable Credentials“) werden über das SSI-Netz von Sovrin ausgestellt. Künftig sollen auch Prozesse wie zum Beispiel die Immatrikulation von Fahrzeugen, Serviceeinträge oder Versicherungsnachweise mit digitalen Identitäten verbunden werden. Erste Schritte in diese Richtung sollen noch dieses Jahr erfolgen.

Mehr als nur Theorie

Projekte wie Cardossier zeigen, dass es sich bei SSI um mehr als nur eine Labortechnologie handelt. „Starke Signale wie die von cardossier und seinen Mitgliedern stärken die Community und erleichtern anderen den Schritt in die dezentrale Welt mit SSI“, meint Esatus-CIO Dr. André Kudra. „Cardossier mit seiner künftig zu erwartenden großen Zahl und Vielfalt von Benutzern und beteiligten Akteuren ist dafür ein idealer praktischer Innovations-Anwendungsfall“, ergänzt Stéphane Mingot, Head of AdNovum Incubator.

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