Suchen

Transaktionen mit Blockchain beschleunigen und absichern

Oracle Blockchain Platform soll Prozesse in Unternehmen verbessern

| Autor/ Redakteur: Thomas Joos / Peter Schmitz

Immer mehr Unternehmen, vor allem Betriebe, die im globalen Markt tätig sind, nutzen die Oracle Blockchain Platform zur Verbesserung ihrer Transaktionen. Die Cloud-Lösung kann Blockchains für Smart Contracts einfach und stabil bereitstellen.

Firmen zum Thema

Auch der Datenbankspezialist Oracle setzt auf die steigende Bedeutung der Blockchain und will mitder „Oracle Blockchain Platform“ neue Kunden gewinnen.
Auch der Datenbankspezialist Oracle setzt auf die steigende Bedeutung der Blockchain und will mitder „Oracle Blockchain Platform“ neue Kunden gewinnen.
(© Siarhei - stock.adobe.com)

Vor allem Unternehmen, die im globalen Markt tätig sind, benötigen ein Werkzeug, idealerweise in der Cloud, mit denen Transaktionen schnell und sicher nachvollziehbar sind. Hier ist die Blockchain-Technologie natürlich sinnvoll einsetzbar. Die Oracle Blockchain Platform kommt aktuell bereits im Markt gut an, gibt zumindest Oracle an. Die Lösung umfasst alle notwendigen Komponenten, um eine eigene Blockchain-Infrastruktur aufzubauen. Es sind keine externen Komponenten notwendig. Interessant ist für deutsche Kunden, dass die Infrastruktur auch in Rechenzentren in Frankfurt (FFM) bereitgestellt werden kann. Verfügbar ist die Blockchain-Plattform darüber hinaus in Ashburn, VA und Phoenix, AZ in den USA sowie London.

Derzeit setzen laut Oracle vor allem zahlreiche Unternehmen im Frachtgewerbe auf die Oracle Cloud Platform. Das relativ neue Produkt von Oracle integriert sich problemlos in Netzwerke, die ohnehin bereits auf Oracle-Produkte setzen und Dienste in der Oracle Cloud nutzen. Die Optimierung der Supply Chain, zum Beispiel mit Smart Contracts, gehört zu den derzeit am meisten gehypten Bereichen, in denen die Blockchain-Technologie hilfreich sein kann.

Die Oracle Blockchain Platform integriert sich direkt in die Oracle Cloud.
Die Oracle Blockchain Platform integriert sich direkt in die Oracle Cloud.
(Bild: Joos)

Anwendungen für die eigene Blockchain entwickeln

Mit dem Oracle Blockchain Cloud Service stellt Oracle darüber hinaus auch eine Entwicklerplattform bereit. Diese ermöglicht es Unternehmen eigene Anwendungen zu schreiben, die wiederum Blockchains nutzen, die der Oracle Blockchain Cloud Service bereitstellt. Die dazu benötigten SDKs können in der Konsole zur Verwaltung der Oracle Blockchain Cloud Platform heruntergeladen werden, oder direkt auf der GitHub-Seite des Hyperledger-Projektes.

Wie bei den anderen großen Anbietern IBM und Microsoft, wird auch der Oracle Blockchain Cloud-Dienst in die eigene Cloud-Infrastruktur eingebunden, sodass sich alle anderen Dienste in der Cloud mit der Blockchain-Infrastruktur nutzen lassen.

Wer die Oracle Blockchain Platform testen will, kann mehrere Stunden und eine bestimmte Transaktionen kostenlos nutzen. Weitere Informationen werden im YouTube-Video „Get Startet with Oracle Blockchain Platform“ gezeigt:

Oracle und die Hyperledger Fabric

Mit dem Oracle Blockchain Cloud Service lassen sich eigene Blockchain-Netzwerke ohne eigene Infrastruktur aufbauen. Vor allem Unternehmen, die auch andere Dienste in der Oracle Cloud nutzen, profitieren davon, da die Dienste miteinander kompatibel sind. Auch Anwendungen von Drittherstellern lassen sich an die Oracle Blockchain Platform anbinden.

Oracle nutzt die Hyperledger Fabric, die von der Linux Foundation als Open Source bereitgestellt wird. Das System wurde ursprünglich von IBM entwickelt und wird auch noch in der IBM Blockchain Cloud eingesetzt. Damit auch andere von der Technologie profitieren, wurde die Blockchain-Technologie der Linux Foundation als Open Source überlassen.

Die verschiedenen Dienste in der Oracle Cloud lassen sich miteinander kombinieren, auch mit der Oracle Blockchain Plattform.
Die verschiedenen Dienste in der Oracle Cloud lassen sich miteinander kombinieren, auch mit der Oracle Blockchain Plattform.
(Bild: Joos)

Oracle hat die Technologie für seine Blockchain-Plattform verbessert, will aber in Zukunft auch neue Versionen der Hyperledger Fabric einbinden und deren Funktionen in die Oracle Blockchain Cloud Platform integrieren. Außerdem lassen sich externe Hyperledger Fabric-Instanzen einbinden. Allerdings müssen diese kompatibel mit der Version sein, die in der Oracle Blockchain Platform eingesetzt wird.

Die Fabric wird in die Oracle-Infrastruktur integriert und alle dazu notwendigen Dienste werden automatisch vorkonfiguriert und bereitgestellt. Über die Entwicklungs-Tools der Oracle Blockchain Platform können Unternehmen auch andere Software-as-a-Service (SaaS) und Platform-as-a-Service (PaaS)-Dienste an den Orcacle Blockchain Cloud Service anbinden.

Hochverfügbarkeit für Blockchain-Infrastrukturen

Natürlich müssen Blockchain-Infrastrukturen stabil und performant zur Verfügung stehen, damit Unternehmen diese anbinden können, zum Beispiel für die Supply Chain oder die Smart Contracts, die im Unternehmen eingesetzt werden können. Oracle zeigt die Entwicklung solcher Smart Contracts mit der Oracle Cloud Platform ausführlicher in einem Video:

Der SLA für den Dienst beträgt aktuell 99,95 Prozent. Darüber hinaus hat Oracle auch Funktionen zur Wiederherstellung integriert. Es gibt mehrere Recovery Agents sowie Ledger-Backup und Restore-Dienste. Infrastrukturen können über mehrere Rechenzentren hinweg über Availability Domains dargestellt werden. Alle Domänen können zu einem gemeinsamen Netzwerk zusammengefasst werden.

Blockchain dient auch dem Umweltschutz

Da Blockchain-Technologien zahlreiche Einsatzmöglichkeiten bieten, mit denen Lieferketten deutlich verbessert werden können, sind die Einsatzszenarien enorm. Oracle arbeitet zum Beispiel mit dem World Bee Project (WBP) zusammen. Das WBP setzt auf die Oracle Blockchain Platform. Das Ziel von WBP und Oracle soll sein, das Bienensterben zu bekämpfen und den Artenschutz bei der Honiggewinnung zu verbessern.

Im Fokus der Blockchain, die über Oracle Blockchain Platform bereitgestellt wird, steht die Überwachung der Honigproduktion und ein neues Gütesiegel. Einfach ausgedrückt ist mit der Blockchain-Überwachung der Honig Supply Chain eine lückenlose Überwachung der Honig-Produktion, bis hin zur Lieferung und dem Verkauf im Supermarkt gewährleistet.

Das Gütesiegel „BeeMark“, das von Oracle und dem World Bee Project aus der Taufe gehoben wurde, soll zeigen, ob ein Honigprodukt aus ökologisch nachhaltiger Produktion stammt. Dazu werden Bienenstöcke überwacht und die Überwachungssysteme in die Blockchain eingebunden. Dadurch werden auch Daten gesammelt, die dem Bienensterben genauer auf den Grund gehen sollen.

Das Beispiel zeigt, wie die Blockchain in allen Lebensbereichen Einzug hält und eine Verbesserung der Lebensqualität, bis hin zum Umwelt- und Klimaschutz bietet.

Preise und Lizenzen für Oracle Blockchain Platform

Die konkreten Preise für den Oracle Blockchain Platform Cloud Service lassen sich auf der Pricing-Seite des Clouddienstes nachlesen. Für 500 Transaktionen pro Stunde sind etwa 70 Euro-Cent fällig. Bezahlt wird was auch benötigt wird. Vor der produktiven Buchung des Dienstes sollte dieser also getestet werden, und mit Oracle abgestimmt sein, was der produktive Betrieb kostet. Aktuell ermöglicht der Dienst bis zu 14 Peerknoten in jeder Instanz des Blockchain Cloud-Dienstes. Es lassen sich mehrere Instanzen in unterschiedlichen Regionen erstellen und zu einem gemeinsamen Netzwerk zusammenfassen.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 46186959)

Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist