Amundi-Experte zu Kryptowährungen Ohne Regulierung geht es nicht

Autor / Redakteur: Martin Hensel / Peter Schmitz

Die Frage der Regulierung von Kryptowährungen ist komplex und vieldiskutiert. Vincent Mortier, Deputy Chief Investment Officer der Fondsgesellschaft Amundi Asset Management, hat seine Sicht der Dinge dargelegt und meint: Ohne Regulierung geht es nicht.

Regulierung ist ein wichtiger Faktor für die künftige Entwicklung von Kryptowährungen.
Regulierung ist ein wichtiger Faktor für die künftige Entwicklung von Kryptowährungen.
(Bild: Gerd Altmann / Pixabay )

„Kryptowährungen sind technische Innovationen, die eine inklusivere Form des Finanzwesens versprechen. Sie können aber das geldpolitische Monopol der Zentralbanken nicht herausfordern, ohne das gesamte Finanzsystem zu gefährden“, erklärt Mortier. Es liege nun an den Regulierungsbehörden, Rahmenbedingungen für die Nutzung dieser Assets zu schaffen und die finanzielle Stabilität zu sichern.

Der Fachmann sieht den Boden für eine Konkurrenz mit offiziellen Währungen in ihren traditionellen Funktionen bereitet: Argumente dafür seien die technologische Disruption und eine durch Blockchain möglich gewordene dezentrale Finanzwelt, aber auch die zunehmende Digitalisierung der Volkswirtschaften mit dem Wunsch nach einer digitalen Währung. Hinzu komme nun die Suche nach neuen sicheren Häfen in einem Umfeld, in dem Staatsverschuldung und Inflationserwartungen steigen und Misstrauen gegenüber traditionellen Finanzsystemen um sich greift.

Zahlreiche Herausforderungen zu lösen

Laut Mortier gibt es aber nicht nur Chancen, sondern auch rechtliche, regulatorische und aufsichtsrechtliche Herausforderungen. Dazu zählen etwa Rechtssicherheit, Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Cybersicherheit. Als direkteste Konkurrenten für Fiat-Währungen gelten Stablecoins, die einen festen Wert aufweisen.

„Die Vorteile der Innovation zu nutzen und gleichzeitig ihre Auswüchse zu kontrollieren, ist die Herausforderung für Regulatoren und Zentralbanken im 21. Jahrhundert“, so Mortier. Sie würde das Ziel vereinen, schnellere, zuverlässigere und günstigere Zahlungssysteme zu fördern – sowohl national als auch international. Blockchain biete hier Möglichkeiten, die finanzielle Inklusion zu verbessern. „Aber ihr Einsatz als Zahlungsmittel ist momentan potenziell destabilisierend und birgt systemische Risiken“, warnt Mortier.

Bei der Entwicklung derartiger Vermögenswerte würden laut dem Experten totale Anonymität und rechtliche Immunität eine zentrale Rolle spielen. Die Regulierungsbehörden der G7 seien daher entschlossen, diese Ökosysteme zu regulieren, was schließlich zu Preisanpassungen der Kryptowährungen führe. „Aber sobald das regulatorische Umfeld geklärt ist, könnten Kryptowährungen wieder erstarken, dieses Mal auf den Bedürfnissen eines integrativeren Wirtschafts- und Finanzsystems aufbauend“, meint Mortier.

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