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1E9-Community präsentiert Kongress in München

Neue Techniken für die Zukunft

| Autor/ Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Peter Schmitz

Die neue Community 1E9 soll eine Art Denkfabrik für die Zukunft werden, bei der Menschen über Zukunftstechnologien informiert und inspiriert werden sollen. 1E9 präsentierte sich am 11. Juli mit einem Kongress in München, bei dem die „Token Economy“ einen der Schwerpunkte bildete.

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Wolfgang Kerler, Chefredakteur und Co-Founder von 1E9 am 11. Juli im Isarforum in München.
Wolfgang Kerler, Chefredakteur und Co-Founder von 1E9 am 11. Juli im Isarforum in München.
(© Dan Taylor for 1E9)

1E9 nennt sich das neue Projekt von vier ehemaligen Wired.de-Mitarbeitern, die eine Digitalplattform und Denkfabrik für die Vernetzung der Digital- und Tech-Szene in Deutschland etablieren wollen. Zum Start organisierten sie in München einen Kongress und wählten mit dem Deutschen Museum einen thematisch passenden Austragungsort. Hochkarätig besetzte Keynote-Vorträge, Podiumsdiskussionen, Workshops und praktische Arbeitslabors boten Einblick in das Szenario, in dem sich 1E9-Community bewegen will: Wie können wir die Menschheit durch Technologie stärken?

Erwartungsgemäß bildete die „Token Economy“ einen der Schwerpunkte der Konferenz. Die 1E9-Macher haben dazu Vorreiter wie Shermin Voshmgir eingeladen, Direktorin des Forschungsinstituts für Krypto-Ökonomie der TU Wien und Gründerin des Blockchain-Hubs in Berlin sowie Christoph Jentzsch, Mitbegründer und CEO von Slock.it, der zuvor zum Entwicklungsteam von Ethereum zählte.

In München fiel von den großen IT-Herstellern vor allem Oracle auf. Die Software-Schmiede zeigte im Ausstellungsteil nicht nur seine auf Lego-Bausteinen basierende Lösung „Proxima City“ für eine smarte Stadt, sondern brachte auch Startups auf das Podium, die ihre digitalen Geschäftsideen präsentieren konnten – wobei immer Oracle-Technik zum Einsatz kommt.

Die Blockchain im Schuh

So wurde ein junges Düsseldorfer Unternehmen vorgestellt, das die Fashion-Industrie auf Vordermann bringen will. Zum einen produzieren die beiden Firmengründer Lukas Pünder und Philipp Mayer traditionelle mexikanische Lederschuhe, die in Mexiko von Hand gefertigt und unter der Marke „Cano“ angeboten werden. Ergänzt wird die Lösung durch die Plattform „retraced“, die einen verlässlichen und transparenten Einblick in die Wertschöpfungskette bietet. Möglich machen das Near-Field-Communication-Chips (NFC), die versteckt in den Schuh eingearbeitet werden. Die Chips lassen sich über die CANO-Plattform und direkt per App ansteuern, wodurch der Konsument gezielt Informationen zum individuellen Produkt erhält. Für die Datenhaltung ist Oracle`s Blockchain-Technologie zuständig. Sie ermöglicht die transparente Nachverfolgung der Lieferkette bis ins letzte Detail. Dabei stellt die Blockchain sicher, dass die gesammelten Daten nur bei Zustimmung von weiteren Teilnehmern der Wertschöpfungskette in die Blockchain hochgeladen und gespeichert werden. Ebenfalls sind alle Daten, die auf ihr gespeichert wurden, nicht mehr veränderbar oder löschbar. Das Modell für den bewussten Kunden lässt sich auf nahezu alle Bereiche übertragen.

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Was ist 1E9?

Dreh- und Angelpunkt von 1E9 soll eine Digitalplattform werden, auf der sich die Community vernetzen und austauschen kann. Die Inhalte des dazugehörigen digitalen Magazins werden – so die Macher - von einer Redaktion im Austausch mit der Community entwickelt. Statt austauschbarer News soll es hintergründige Artikel, Podcasts und Videos geben. Mitglieder der Community bekommen Zugriff auf den Content und können auch publizieren. Themen der Plattform sind Künstliche Intelligenz, Blockchain, Mobilität, Nachhaltigkeit, Raumfahrt, Gentechnik oder Virtual Reality. Dabei sollen auch die Auswirkungen auf Gesellschaft, Politik, Kultur und Business beleuchtet werden. Der Name 1E9 steht übrigens für die Darstellung von 1 mal 10 hoch 9 auf Taschenrechnern, als eine Milliarde.

Für Benutzer, die bereits Blockchains etabliert haben, bot Oracle den Workshop „Unlock your Blockchain“ an und propagierte dabei insbesondere die hauseigene autonome Datenbank. Warum man diese zusätzlich zur Blockchain benötigt? Damit lassen sich die Datenbestände überprüfen – offenbar reichen dafür die technischen Möglichkeiten der vorhandenen Blockchain-Techniken noch nicht aus.

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