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Schwachstellen in Blockchain-Lösung MIT-Ingenieure warnen vor Lücken im Voatz-Wahlsystem

| Autor/ Redakteur: Martin Hensel / Peter Schmitz

Im Rahmen einer tiefgehenden Analyse haben drei Ingenieure des Massachusetts Institute of Technology (MIT) das Blockchain-basierte US-Wahlsystem Voatz unter die Lupe genommen. Das Urteil fällt bedenklich aus – doch die Entwickler geben Gegenwind.

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Voatz ist eine mögliche Alternative zur herkömmlichen Briefwahl in den USA.
Voatz ist eine mögliche Alternative zur herkömmlichen Briefwahl in den USA.
(Bild: Gerd Altmann / Pixabay / Pixabay)

Die MIT-Ingenieure Michael A. Specter, James Koppel und Daniel Weitzner haben das Voatz-Wahlsystem auf seine Sicherheit hin überprüft. Dazu nahmen die Experten die Voatz-Android-App per Reverse Engineering auseinander und setzen einen eigenen Server auf.

In einem ausführlichen Bericht kommen sie zum Schluss, dass ein Angreifer mit Root-Zugriff auf ein Smartphone die Sicherheitsmaßnahmen des Systems umgehen und Wahlstimmen fast beliebig einsehen und verändern könnte. Zudem kritisieren die MIT-Ingenieure das verwendete Netzwerkprotokoll, das Rückschlüsse auf die Stimmabgabe erlaubt, sowie den fehlenden Schutz vor Server-basierten Attacken.

Voatz-Entwickler wehren sich

Wenig überraschend reagierten die Voatz-Macher eher ungehalten auf die Vorwürfe der MIT-Forscher. Im Wesentlichen bemängeln sie im Rahmen eines Blog-Eintrags drei „fundamentale Fehler“ in deren Analyse: So soll die genutzte Version völlig veraltet und niemals bei Wahlen im Einsatz gewesen sein. Zudem sei das Testsystem des MIT zu keinem Zeitpunkt mit realen Voatz-Servern verbunden gewesen, was eine Beurteilung der tatsächlichen Sicherheitsmaßnahmen unmöglich mache. Die von den MIT-Ingenieuren erstellten Server würden außerdem laut dem Voatz-Team auf Annahmen und Hypothesen beruhen, weshalb jegliche Aussagen über das tatsächliche System invalide seien.

Voatz ist kein reines Konzept oder Entwicklungsprojekt mehr, sondern kam bereits bei einigen kleineren Wahlen in den USA zum Praxiseinsatz. Nutzer geben Ihre Stimmen dabei über eine Smartphone-App ab und identifizieren sich über die Gesichtserkennung ihrer Geräte. Das System soll in Zukunft Briefwahlen ersetzen und konnte im Rahmen einer Finanzierungsrunde rund neun Millionen US-Dollar einsammeln.

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