Einfache Blockchain mit umfassenden Smart Contract-Funktionen Mit Hyperledger Explorer Blockchain-Daten lesen, verwalten und abfragen

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Peter Schmitz

Mit Hyperledger Explorer können Blöcke und Transaktionen in Blockchains über angezeigt, Blockchains abgefragt und Infrastrukturen verwaltet werden. Wir zeigen die Möglichkeiten des Blockchain-Verwaltungstools.

Der Hyperledger Explorer ist das, was der Windows-Explorer für Windows und der Finder für macOS ist.
Der Hyperledger Explorer ist das, was der Windows-Explorer für Windows und der Finder für macOS ist.
(© NicoElNino - stock.adobe.com)

Hyperledger Explorer ist ein Tool aus dem Hyperledger-Kosmos, das die Aufgabe hat Blockchains und deren Infrastruktur anzuzeigen, Informationen auszulesen, Ledgers zu verwalten und vieles mehr.

Auch Netzwerkinformationen wie Name, Status, Liste der Knoten und Code der Blockchain sowie zahlreiche weitere im Ledger gespeicherte Informationen kann Hyperledger Explorer anzeigen, genauso wie Statistiken zur Verwendung der angebundenen Blockchain. Dazu stehen auch Vorlagen, Diagramme und Graphiken kann Hyperledger Explorer anzeigen.

In der Dokumentation des Hyperledger Explorers sind die verschiedenen Menüpunkte und Informationen zu finden, welche über die Menüs angezeigt werden können.

Einstieg in Hyperledger Blockchain-Explorer

Mit dem Blockchain-Explorer können Entwickler und Administratoren die Aktivitäten auf einer Blockchain nachverfolgen. Der Code und die Installationsdateien sind auch auf GitHub verfügbar.

Einfach ausgedrückt ist der Hyperledger Explorer das, was der Windows-Explorer für Windows und der Finder für macOS ist. Er kann als Tool zentral auf alle Daten eines Systems zugreifen und wichtige Bereiche verwalten, anzeigen und Strukturen auslesen. Hyperledger Explorer stellt dazu ein Dashboard zur Verfügung, mit dem die Rohdaten einer Blockchain übersichtlich angezeigt und verwaltet werden können. Installierbar ist die Lösung als Docker-Container, unter Ubuntu oder auf macOS.

Wer auf Hyperledger Fabric setzt, kann die Blockchain auch in der Cloud betreiben. Wird hier zum Beispiel auf Microsoft Azure oder Amazon Web Services gesetzt, kann der Explorer auch hier eingebunden werden. Das gilt auch für andere Cloud-Lösungen, in denen Hyperledger Fabric oder Iroha genutzt werden.

Hyperledger Explorer besteht aus sechs Komponenten, die für den Betrieb notwendig sind. Hier spielen auch die Voraussetzungen eine Rolle, auf die wir in diesem Beitrag ebenfalls noch eingehen. Die Komponenten von Hyperledger Explorer sind:

  • Webserver: Node.js wird verwendet, um die serverseitigen Komponenten für das webbasierte Dashboard zur Verfügung zu stellen. Daher ist die Installation einer kompatiblen Nodejs-Version für den Betrieb von Hyperledger Explorer besonders wichtig.
  • Web-Benutzeroberfläche: Angular.js wird verwendet, um das Frontend-Framework zu implementieren. Bootstrap wird wegen seiner reichhaltigen UI und responsiven Funktionen verwendet.
  • WebSocket-APIs werden verwendet, um Informationen an die Clients zu übertragen.
  • Datenbank: PostgreSQL wird als Datenbank verwendet. Hier speichert Hyperleder Explorer Informationen über Blöcke, Transaktionen und Smart Contracts
  • Die Benutzeridentitäten und die Zugriffsverwaltung werden mit dem Sicherheits-Repository verwaltet.
  • Die Blockchain-Implementierung liefert Updates zu Transaktionen, Blöcken, Knotenprotokollen und andere Daten an den Explorer-Webserver

Hyperledger Explorer mit Hyperledger Iroha nutzen

Hyperledger Explorer kann auch zusammen mit Hyperledger Iroha eingesetzt werden. Die Open Source-Plattform Hyperledger Iroha (https://www.hyperledger.org/use/iroha) bietet die Möglichkeit unkompliziert ein Distributed Ledger in Form eines „Permissioned Ledger“ zu erstellen. Dadurch können Unternehmen und Organisationen genau steuern, wer auf eine Blockchain zugreifen darf. Nicht jeder erhält Zugriff auf das Netzwerk und kann auf Daten zugreifen.

Mit Iroha soll ein einfacherer Einstieg in Blockchain-Lösungen möglich sein, sodass auch Einsteiger in kurzer Zeit eine Lösung auf die Beine stellen können. Gerade in so einer Umgebung ist ein zusätzliches Verwaltungstool wie Hyperledger Explorer natürlich sehr sinnvoll.

Hyperledger Fabric und Hyperledger Explorer gemeinsam im Einsatz

Entwickler und Unternehmen, die auf Hyperledger Fabric beim Aufbau einer privaten Blockchain setzen, sollten sich auch die Möglichkeiten des Hyperledger Explorers anschauen. Der Explorer ist ein ideales Tool, um den Überblick zu behalten, wenn eine private Blockchain im Einsatz ist. Der Zugriff auf Hyperledger Explorer erfolgt über den Webbrowser. Dazu stellt das Tool, das auch als Container-Image zur Verfügung gestellt wird, eine Webschnittstelle zur Verfügung.

Wenn eine private Blockchain aufgebaut wird, geschieht das meistens über eine Microservices-Infrastruktur, also mit Containern. Auch Hyperledger Fabric und Hyperledger Explorer sind auf Basis von Containern nutzbar, der Betrieb erfolgt zum Beispiel über Kubernetes. Hyperledger Explorer kann als Docker-Image aus dem Docker-Hub mit „docker pull hyperledger/explorer“ heruntergeladen werden.

Hyperledger Explorer kann auch Metriken der angebundenen Blockchain anzeigen. Hier stehen über mehrere Menüs und Registerkarten Statistiken der Blöcke und Transaktionen pro ausgewählten Kanal zur Verfügung. Wird mit der Maus über einen beliebigen Schnittpunkt im Diagramm gefahren, zeigt die Weboberfläche Daten pro Stunde oder Minute an. Das Dashboard ist interaktiv und kann an die eigenen Anforderungen angepasst werden.

Voraussetzungen für den Betrieb von Hyperledger Explorer

Damit Hyperledger Explorer genutzt werden kann, muss natürlich eine Blockchain-Infrastruktur auf Basis von Hyperledger Fabric oder Iroha zur Verfügung stehen. Hyperledger Explorer benötigt auf dem Computer außerdem die passende Nodejs-Version. Die jeweilig verwendete Version ist auf GitHub bei „Prerequisites“ zu finden. Hier ist auch die benötigte Version von PostgreSQL zu finden, die von Hyperledger Explorer ebenfalls benötigt wird. Wer Hyperledger Explorer als Container betreiben will, benötigt auf dem Computer auch noch Docker in der aktuellen Version.

Damit Hyperledger Explorer in einer Container-Umgebung optimal betrieben werden kann, müssen allen damit abhängigen Container gestartet sein. Wenn es zu Problemen bei der Verbindung mit Hyperledger Explorer kommt, liegt es oft an fehlerhaft konfigurierten Netzwerkeinstellungen in den Containern oder abgestürzte Container. Wichtig ist, dass möglichst die aktuelle Version von Hyperledger Explorer genutzt wird. Die jeweiligen Informationen sind ebenfalls auf der GitHub-Seite des Projektes zu finden.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist