Pilotprojekt an der Elfenbeinküste Mit Blockchain gegen gefälschte Malaria-Medikamente vorgehen

Autor / Redakteur: Martin Hensel / Peter Schmitz

Das deutsche Start-up authentic.network will mit einer Blockchain-Lösung beim Kampf gegen den Handel mit gefälschten Malaria-Medikamenten helfen. Mitte Februar wurde das Projekt an der Elfenbeinküste gestartet.

Am grünen Haken erkennen Verbraucher ein echtes Produkt.
Am grünen Haken erkennen Verbraucher ein echtes Produkt.
(Bild: authentic.network)

Jedes Jahr sterben in Afrika rund 400.000 Menschen an Malaria. Die World Health Organization (WHO) geht davon aus, dass weitere 116.000 Menschen gefälschten Malaria-Medikamenten zum Opfer fallen. authentic.network will hier mit einem fälschungssicheren Code ansetzen, der sich die Blockchain zunutze macht. Das Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

Der Startschuss für das Projekt fiel bereits Mitte Februar: Firmengründer und CEO Frank Theeg traf sich in Afrika mit Dr. Eugène Aka Aouélé, Gesundheitsminister der Elfenbeinküste, und dem deutschen Botschafter Ingo Herbert.

Fälschungen sind großes Problem

Die WHO schätzt, dass rund 80 Prozent aller Medikamente in Afrika gefälscht sind. An der Elfenbeinküste liegt dieser Wert zwischen 30 und 60 Prozent – und wächst um bis zu 15 Prozent pro Jahr. Viele Ivorer können sich notwendige Medikamente nur im Straßenverkauf leisten, wo Fälschungen unbehelligt zirkulieren.

„Unser Ziel ist es sicherzustellen, dass nur echte Medikamente mit verlässlichen Wirkstoffen die Verbraucher erreichen“, erklärt Theeg. Die Technologie von authentic.network soll das schnell, einfach und sicher ermöglichen. Neben den gesundheitlichen Risiken ist auch der wirtschaftliche Schaden immens: Weltweit verursachen Fake-Medikamente bis zu vier Milliarden Euro an Verlusten.

Grüner Haken als Symbol

Authentische Medikamente sind an einem grünen Haken auf ihrer Verpackung zu erkennen. Dieser Crypto-Tag lässt sich per App abrufen, ähnlich eines QR-Codes. „Und nein, man kann ihn nicht kopieren“, betont Theeg. Dies liege an einem einzigartigen Merkmal des Druckprozesses. Der jeweilige Code ist zudem innerhalb der App verschlüsselt und lässt sich nicht unbefugt auslesen. „Wir werden sofort alarmiert, sobald eine Kopie auftaucht, und können exakt Ort und Urheber lokalisieren“, so Theeg.

Das Verfahren von authentic.network eignet sich grundsätzlich für alle Anwendungen und Branchen. „Mit unserem Blockchain-Code lässt sich jede Marke gegen Fälschungen schützen – von Jeans, Schuhen und Mode-Brands bis hin zu Parfüms und hochwertigen Luxusgütern“, verdeutlicht CEO Sascha Voigt. Das System hinterlegt die einzelnen Schritte im Produktlebenszyklus verschlüsselt und manipulationssicher in der Blockchain.

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