Studie von ISG Lokale Dienstleister sind bei Lieferketten-Digitalisierung gefragt

Autor / Redakteur: Martin Hensel / Peter Schmitz

Pandemiebedingt hat die Digitalisierung im vergangenen Jahr deutlich an Fahrt aufgenommen. Laut den Marktforschern von ISG wird das auch vorerst so bleiben. Davon profitiert auch der deutsche Markt für entsprechende Technologie-Services.

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Unternehmen setzen bei der Digitalisierung ihrer Lieferketten vor allem auf lokale Dienstleister.
Unternehmen setzen bei der Digitalisierung ihrer Lieferketten vor allem auf lokale Dienstleister.
(Bild: Gerd Altmann / Pixabay )

Der „ISG Provider Lens Digital Business – Solutions and Service Partners Report Germany 2020“ zeigt, dass vor allem lokale Anbieter mit zahlreichen Ressourcen und Spezialisten von dieser Entwicklung profitieren. „Die traditionellen Lieferketten sind in den vergangenen Monaten zum Teil schwer gestört worden“, erklärt Heiko Henkes, Director und Principal Analyst von ISG. Vor allem Unternehmen mit bereits digitalisierten Lieferketten seien aber schnell wieder in den Normalbetrieb zurückgekehrt, teils schon nach wenigen Wochen.

Firmen mit weit fortgeschrittenen Digitalisierungsplänen machten sich laut Henkes umgehend an deren Umsetzung. „Denn digitalisierte Lieferketten ermöglichen es den Unternehmen, ihre Betriebskosten zu senken, die Bestände mit Blick auf die Kundennachfrage zu optimieren, das Lieferkettennetzwerk widerstandsfähiger zu gestalten und sich selbst optimierende Lieferketten in Betrieb zu nehmen“, so der Experte.

Transformation Services im Fokus

Laut ISG ließ die sprunghaft gestiegene Nachfrage nach digitalisiertem Lieferketten-Management vor allem den Anbietermarkt für „Digital Supply Chain Transformation Services“ deutlich wachsen. Dieser ist durch eine große Zahl an Akteuren geprägt, die stetig zunimmt. Vor allem große, global operierende IT-Dienstleister haben ihre Beratungskompetenzen und ihr Portfolio in diese Richtung erweitert. „Allerdings erwarten die Kunden zugleich eine sehr starke Verfügbarkeit der Anbieter vor Ort in Deutschland – sowohl, was nachweisbare Erfahrungen am hiesigen Markt, als auch, was die lokal verfügbare Manpower angeht“, betont Henkes. Dementsprechend würden globale Anbieter mit vergleichsweise schwacher Präsenz in Deutschland ihre hiesigen Teams nun ausbauen.

Im Rahmen der Studie untersucht ISG auch einzelne Marktsegmente, darunter auch den Bereich „Blockchain Services“. Die Marktforscher sehen hier – wie auch global – einen Zuwachs an Praxisrelevanz und Zugkraft. Das weltweite Marktvolumen könnte bis 2025 rund 300 Milliarden US-Dollar erreichen und bis 2030 auf über zwei Billionen US-Dollar steigen. Laut ISG hat sich die Distributed-Ledger-Technik vor allem im Banken-, Finanz- und Versicherungswesen durchgesetzt. Weitere Einsatzfelder finden sich in Lieferketten, Zahlungsdiensten, Einzelhandel und Produktion.

Die Studie steht auf der ISG-Website zum Kauf und in überarbeiteter Fassung bei T-Systems zum Download bereit.

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