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Initiative zur selbstbestimmten Identitätsverwaltung „Lissi“ nimmt die erste Entwicklungshürde

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Peter Schmitz

Die Forschungsinitiative „Lissi“ hat die erste Entwicklungsphase erfolgreich abgeschlossen. Das Projekt dreht sich um selbstbestimmte Identitätsverwaltung und will dazu ein Ökosystem auf Blockchain-Basis schaffen.

Als Basis für "Lissi" dienen die quelloffenen Frameworks Hyperledger Aries und Hyperledger Indy.
Als Basis für "Lissi" dienen die quelloffenen Frameworks Hyperledger Aries und Hyperledger Indy.
(Bild: Screenshot / lissi.id)

Im ersten Schritt wurde nun eine Identitäts-Wallet entwickelt, mit der iOS- und Android-Nutzer ihre persönlichen Daten selbst verwalten können. Sie behalten dabei weitreichende Kontrolle über ihre Identitäten und verlieren diese nicht an dritte Login-Dienste. Ob, an welche Anbieter und für welche Dauer ihre Daten übermittelt werden, bestimmen die Anwender ganz allein.

„Lissi“ („Let’s initiate self-sovereign identity”) will grundsätzlich ein offenes Ökosystem für Identitäten auf Blockchain-Basis schaffen. Existierende Lösungen für Identitätsmanagement seien laut der Forschungsinitiative weder für Nutzer noch für Unternehmen ausreichend zufriedenstellend. Noch immer sei eine Identifikation und Authentifizierung in Form von Benutzername und Passwort der Standard im Internet.

Flexibel und DSGVO-konform

In Zukunft soll die Lösung für natürliche und juristische Personen sowie Dinge nutzbar sein. „Lissi“ hält zudem Anwendungen für Aussteller und Verifizierer von Identitätsinformationen sowie Institutionen bereit. Die Blockchain-Lösung erfüllt alle Anforderungen der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), da sie weder personenbezogene Daten noch Hashwerte speichert.

Bei der technischen Umsetzung des Prototyps kommt eine öffentlich lesbare Blockchain mit eingeschränkten Schreibrechten zum Einsatz. Sie basiert auf den Open-Source-Frameworks Hyperledger Aries und Hyperledger Indy. In den kommenden Monaten tritt die Initiative in die zweite Entwicklungsphase. Im Rahmen des Innovationswettbewerbs „Schaufenster Sichere Digitale Identitäten“ gibt es dabei Unterstützung in Form einer Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Zudem konnten namhafte Partner wie beispielsweise Bosch, die Deutsche Börse, das Land Nordrhein-Westfalen, Siemens, die Technische Universität Berlin sowie die Telekom Innovation Laboratories gewonnen werden.

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