Warnung von PSW KryptoCibule stiehlt Kryptocoins

Autor / Redakteur: Martin Hensel / Peter Schmitz

Die Sicherheitsexperten der PSW Group warnen vor einer Malware namens KryptoCibule. Sie stiehlt Kryptocoins und umgeht dazu die Sicherheitslösungen von ESET, Avast und AVG.

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KryptoCibule hat es auf Kryptocoins abgesehen.
KryptoCibule hat es auf Kryptocoins abgesehen.
(Bild: 200 Degrees / Pixabay )

Forscher von ESET sind als erste auf die Malware aufmerksam geworden und tauften sie auf den Namen KryptoCibule. Es handelt sich laut der Meldung der PSW Group um einen Trojaner, der sich über infizierte Torrent-Dateien verbreitet. Das Schadprogramm nutzt verschiedene Methoden, um unentdeckt zu bleiben und Kryptocoins von betroffenen Systemen zu stehlen. Laut den Sicherheitsexperten wurden die meisten infizierten Torrents auf einer beliebten tschechischen Filesharing-Seite entdeckt.

„Oft tarnt sich die Malware als Installationsprogramm, entweder für raubkopierte oder geknackte Spiele oder Software. Neben der Verbreitung der Malware KryptoCibule werden auch zusätzliche Tools sowie Updates heruntergeladen. Die Malware startet sodann im Hintergrund, während das Installationsprogramm sichtbar für das Opfer im Vordergrund gestartet wird. Einen Hinweis darauf, dass womöglich etwas nicht stimmt, erhält der Nutzende nicht“, warnt Patrycja Tulinska, Geschäftsführerin der PSW Group.

Raffinierte Vorgehensweise

Befallene Systeme tragen anschließend zum Seeding der Malware bei. Zudem nutzt sie das BitTorrent-Protokoll zum Download von Malware-Updates sowie zusätzlicher Software. KryptoCibule sucht speziell nach Sicherheitsprodukten von ESET, Avast oder AVG und verschleiert danach die eigene Anwesenheit. So tarnt sich die Malware bei der Installation als legitimer InstallShield. Zudem erfolgt die Installation meist in bereits vorhandene oder eigentlich legitime Ordner. Per Shell schließt KryptoCibule infizierte Pfade aus Windows Defender aus und verhindert so deren Scan. Firewall-Ausnahmen fügt die Schadsoftware ebenfalls hinzu.

Obwohl sich Malware wie KryptoCibule vorranging auf Filesharing-Plattformen tummelt, warnt Tulinska vor trügerischer Sicherheit: „Auch wer keine Filesharing-Plattformen aufsucht, sollte wachsam blieben. Nach wie vor ist der beste Malware-Schutz die Prävention. Das A und O ist ein aktueller Virenschutz, ergänzt um regelmäßige, idealerweise automatisierte, Virenscans. Darüber hinaus sollten Dateien ausschließlich von bekannten und sicheren Servern heruntergeladen werden. Zudem rate ich, Downloads vor dem Ausführen oder Entpacken auf Viren und andere Malware zu prüfen“, so die Expertin.

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