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Mittels Blockchain und Smart Contracts

Forschungsprojekt schafft neuartigen Daten-Marktplatz

| Autor/ Redakteur: Martin Hensel / Peter Schmitz

Ein sicherer und vertrauenswürdiger Datenmarkt wirft effizient Gewinne ab. Der technologische Nachweis für diese These gelang der österreichischen Research Studios Austria Forschungsgesellschaft im Rahmen ihres Leitprojekts Data Market Austria (DMA).

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Zu den Pilotprojekten zählte auch die Kombination von Erdbeobachtungsdaten mit weiteren Informationen.
Zu den Pilotprojekten zählte auch die Kombination von Erdbeobachtungsdaten mit weiteren Informationen.
(Bild: TheDigitalArtist / Pixabay / Pixabay)

Viele Unternehmen konzentrieren sich auf die Digitalisierung bestehender Prozesse und verwenden dabei überwiegend eigene Daten. Laut den Research Studios Austria (RSA FG) kann aber mit seinem sicheren und smarten Datenhandel mehr gewonnen werden. Im Rahmen der Konferenz „Handeln mit Big Data“ präsentierte die Forschungsgesellschaft ihre diesbezüglichen Ergebnisse aus dem Leitprojekt DMA.

„Wir haben versucht, das richtige Geschäftsmodell für einen völlig neuen Typ des Handels in einem völlig neuen Markt zu finden“, verdeutlicht Peter A. Bruck, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Gesamtleiter der RSA FG. Im Rahmen eines speziellen Webportals zeigen die Forscher, wie ein Blockchain-basierter Handel mit Datensätzen funktioniert.

Metadatenstandard entwickelt

Das Konzept sieht vor, dass ein Unternehmen oder eine Institution über das Portal Datensätze anbietet. Dabei kann es sich zum Beispiel um Standortdaten, Klimainformationen oder sogar Migrationsbewegungen handeln. Für das Hinzufügen von Metadaten entwickelten die Forscher mit DCAT-DMA einen eigenen Metadatenstandard und veröffentlichten eine ausführliche Anleitung in Form eines Webinars.

Für den Einsatz der gehandelten Daten gibt es Lizenz-Templates, um individuelle Kaufvereinbarungen zu erstellen. Jede Übereinkunft wird dauerhaft in der Blockchain gespeichert. „Mit Smart Contracts ermöglichen wir einem Datenanbieter, jederzeit Lizenzen so maßzuschneidern, dass sie für das Geschäftsmodell des Kunden und seinen Zielmarkt geeignet sind“, erklärt Mihai Lupu, DMA-Leiter und Direktor des Research Studios Data Science der RSA FG. Dank der technologischen Basis sei es möglich kommerzielle oder offene Daten vertrauenswürdig zu handeln oder auszutauschen. Laut Lupu sollen Datendienste und -services entstehen, die einen echten Mehrwert für Unternehmen und die Öffentlichkeit schaffen.

Pilotprojekte gestartet

Während der dreijährigen Laufzweit des DMA-Projekts entstanden zwei Pilotanwendungen: Ein Szenario verbindet Erdbeobachtungsdaten mit Satellitenbildern, Wetterdaten und Informationen lokaler Behörden. Auf diese Weise lassen sich Waldveränderungen automatisch überwachen und Steinschläge reduzieren. In einem zweiten Projekt wurden dagegen Mobilitäts- und Energiedaten mit Open Data kombiniert, um den Energieverbrauch einer Stadt oder persönliche Mobilitätsmuster zu prognostizieren.

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