Fünfjahresvertrag geschlossen EarthRenew liefert Biostrom an Crypto-Miner

Autor / Redakteur: Martin Hensel / Peter Schmitz

Wegen des hohen Energiebedarfs ist Crypto-Mining im großen Stil häufig in der Diskussion. Aber es geht auch anders: Der Biostromanbieter EarthRenew wird einen kanadischen Crypto-Miner für die kommenden fünf Jahre mit Energie versorgen.

In Kanada machen sich Crypto-Miner Biostrom von EarthRenew zunutze.
In Kanada machen sich Crypto-Miner Biostrom von EarthRenew zunutze.
(Bild: Screenshot / EarthRenew)

Um welche Crypto-Mining-Gesellschaft es genau geht, wollte EarthRenew nicht verraten. Unstrittig ist aber, dass Unternehmen in diesem Bereich immer auf der Suche nach günstiger Stromversorgung sind. Im konkreten Fall profitiert der Energieanbieter davon: Mit dem kanadischen Crypto-Miner konnte ein Fünfjahresvertrag über die Belieferung mit Niedriglaststrom geschlossen werden.

Komplexe Energieerzeugung

Ganz so einfach, wie es zunächst klingt, ist der Fall aber nicht. EarthRenew erzeugt mittels eines patentieren Verfahrens Biodünger aus Abfällen der Nutztierhaltung. Dieser Prozess ermöglicht über eine 4-Megawatt-Rolls-Royce-Turbine gleichzeitig auch die Stromgenerierung. Allerdings waren bis zu diesem Ergebnis rund zehn Jahre Entwicklungszeit und etwa 70 Millionen US-Dollar an Investitionen nötig.

Um möglichst hohe Margen zu erzielen, hatte EarthRenew die Stromerzeugung ausschließlich zu Zeiten eingesetzt, in denen die Stromeinspeisung ins Netz besonders hohe Preise erzielt. Der Crypto-Miner erhält nun Zugriff auf einen Teil der Stromerzeugungskapazitäten. EarthRenew darf aber weiterhin zu besonders lukrativen Zeiten auf eigene Rechnung arbeiten. Finanziell ist dieser Deal lohnend: Der Energieanbieter rechnet für das laufende Jahr mit mehr als doppelt so viel Umsatz wie noch 2020 und einer Bruttomarge von 40 Prozent – und das nur für das Nebengeschäft zur eigentlichen Kernsparte der Biodüngererzeugung.

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