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Warnung des Bitkom Digitale Währungen: Europa verliert Anschluss

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Peter Schmitz

Der Digitalverband Bitkom warnt davor, dass Europa im Bereich digitaler Währungen den Anschluss an internationale Entwicklungen verlieren könnte. Ein jetzt veröffentlichtes Infopapier soll die öffentliche Debatte fördern.

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In Sachen digitale Währungen herrscht laut Bitkom noch Nachholbedarf.
In Sachen digitale Währungen herrscht laut Bitkom noch Nachholbedarf.
(Bild: Matthias Wewering / Pixabay / Pixabay )

Laut Bitkom experimentieren weltweit Länder bereits mit digitalem Zentralbankgeld – in Deutschland und Europa fehle dagegen oft noch das Grundverständnis. Mit dem Infopapier „Digitaler Euro auf der Blockchain“ will der Verband nicht nur grundlegende Begriffe vermitteln, sondern auch Chancen und Risiken benennen. Auf diese Weise soll die Grundlage für eine breite öffentliche Debatte entstehen.

„Aktuell ist China in der Entwicklung einer digitalen Währung führend, daneben gibt es eine Reihe von privaten Initiativen, die bereits am digitalen Geld arbeiten“, erklärt der Bitkom-Finanzexperte Julian Grigo. Auch mit Blick auf die Diskussion über digitale Souveränität müsse es laut Grigo gelingen, dass Europa eine weltweite Führungsrolle übernimmt. Digitale Währungen könnten in einer digitalen und globalisierten Welt zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden. „Bei Blockchain-Anwendungen in der Finanzindustrie liegt ein Riesenpotenzial für Europa - diese Chancen müssen wir nutzen“, so Grigo.

Konzentriertes Wissen

Das Infopapier des Bitkom definiert zunächst grundlegende Begriffe, wie zum Beispiel die Abgrenzung von Geld und Währung oder digitales Zentralbankengeld („Central Bank Digital Currency“, CBDC). Danach werden denkbare Ausgestaltungen eines digitalen Euros erläutert sowie mögliche Risiken und Herausforderungen dargestellt. Weitere Inhalte befassen sich mit der Blockchain und ihren Vorteilen für digitale Währungen, beispielsweise schnelle und günstige Zahlungsabwicklung.

„Die Blockchain-Technologie als Grundlage eines digitalen Euro bietet eine Vielzahl von Vorteilen. So könnte ein solches programmierbares Geld den Grundstein für eine echte Digitalisierung der Industrie mit Machine-to-Machine-Zahlungen legen“, erläutert Bitkom-Blockchain-Experte Patrick Hansen. „Für viele Blockchain Anwendungen im industriellen Kontext ist der Euro auf der Blockchain das fehlende Puzzle-Stück. Europa kann hier weltweit Vorreiter sein, muss angesichts der dynamischen Entwicklungen allerdings das Tempo deutlich erhöhen“, ergänzt er.

Das Infopapier „Digitaler Euro auf der Blockchain“ steht auf der Bitkom-Website zum kostenlosen Download bereit.

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