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Vollständige Wende China setzt verstärkt auf Blockchain

Autor / Redakteur: Martin Hensel / Peter Schmitz

Noch im Frühjahr des vergangenen Jahres galt Bitcoin-Mining in China als unerwünschte Technik, der Handel mit der Kryptowährung war verboten. Ähnlich sah es allgemein bei der Blockchain aus. Dieser politische Kurs hat sich vor kurzem radikal verändert.

Noch vor kurzem waren Bitcoin und Blockchain in China unerwünscht.
Noch vor kurzem waren Bitcoin und Blockchain in China unerwünscht.
(Bild: JLB1988 / Pixabay / Pixabay )

Wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer Online-Ausgabe berichtet, vollzieht China derzeit eine 180-Grad-Wende in Sachen Blockchain. Statt die Technik wie bislang zu ächten, will das Reich der Mitte künftig sogar Standards setzen.

Als Ende Oktober vergangenen Jahres durchsickerte, dass Chinas Staatspräsident Xi Jinping persönlich die Blockchain-Entwicklung befürwortet, schnellte der Bitcoin-Kurs um fast 25 Prozent nach oben. Dieser Effekt ist mittlerweile wieder verpufft - dennoch kam der unerwartet drastische Kurswechsel Chinas für viele überraschend.

Regulierung statt Überwachung

Wie der China-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung berichtet, wurde der Umgang mit dem Bitcoin in China sehr scharf beobachtet. Neben kriminellen Aktivitäten fürchtete die Regierung vor allem Kapitalflucht und Spekulanten. Digitale Bezahlsysteme sind allerdings prinzipiell gerne gesehen – sofern sie vom chinesischen Staat streng kontrolliert werden können.

Bitcoin-Mining ist in China besonders günstig, da dort die Energiekosten vergleichsweise niedrig sind. Dies gilt laut dem Bericht insbesondere für die kohlefördernden Gebiete der Inneren Mongolei oder Xinjiang, wo Kraftwerke häufig nicht ausgelastet sind. Noch vor wenigen Monaten galt der Betrieb derartiger Mining-Farmen als unerwünscht. Dennoch stammen laut einer Studie von Coinshares rund zwei Drittel aller neu errechneten Bitcoins aus China.

Gläserne Nutzer

Wie ernst es der asiatische Staat mit der Blockchain meint, zeigt auch ein erstes internationales Gipfeltreffen, das Ende November in Deqing stattfand. Dort wurde unter anderem die Etablierung eines nationalen Komitees für Blockchain-Standards verkündet. Allerdings wurde dabei auch deutlich: Der chinesischen Regierung geht es nicht um die Einrichtung einer eigenen Kryptowährung. Vielmehr steht die möglichst weitreichende Rückverfolgung der Transaktionen im Mittelpunkt der Bemühungen. Es verwundert daher wenig, dass Blockchain-Forschung in China nur mit staatlicher Lizenz betrieben werden darf.

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