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So kann die Blockchain helfen, Fake News zu stoppen Blockchain vs. Fake News

| Autor / Redakteur: Alex Berezovskyi / Peter Schmitz

Es sind Zeiten wie diese, in denen die Öffentlichkeit mehr denn je von qualitativ hochwertigen Informationen abhängig ist, um sich selbst und andere zu schützen. Leider treten in solch turbulenten Zeiten auch immer mehr Falschmeldungen auf, welche dazu führen, dass eventuell falsche Entscheidungen getroffen werden.

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Alex Berezovskyi, Start-Up-Gründer und Consulter für FinTech-Unternehmen untersucht in diesem Artikel die Möglichkeiten, welche die Blockchain liefert, um Fake News zu minimieren.
Alex Berezovskyi, Start-Up-Gründer und Consulter für FinTech-Unternehmen untersucht in diesem Artikel die Möglichkeiten, welche die Blockchain liefert, um Fake News zu minimieren.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Menschen treffen ihre Entscheidungen auf Basis ihrer zur Verfügung stehenden Informationsgrundlage. Je besser diese Grundlage und je klarer die daraus folgenden Konsequenzen, desto bessere Handlungen werden an den Tag gelegt. Wohingegen Fake News, die behaupten, dass der Star XY das Zeitliche gesegnet hat, keine allzu große Gefahr darstellt, sieht dies im Zusammenhang mit dem Corona-Virus vollkommen anders aus.

Gezielte Fehlinformationen können dazu führen, dass sogar Menschenleben in Gefahr gebracht werden. Wenn zum Beispiel ein selbsternannter Experte dem Mainstream widerspricht und meint, dass das Corona-Virus nicht gefährlicher als eine herkömmliche Influenza sei, werden sich Menschen vermutlich zu wenig Sorgen machen und achtlos mit den geltenden Hygienevorschriften umgehen. So tragen sie dazu bei, dass die Krise sich weiter verschlimmert. Eine sich selbst vernichtende Prophezeiung.

Weitere Auswirkungen von gezielten Fehlinformationen

Auch eine Panikmache durch das Abbilden von Hunderten Särgen in Italien, welche angeblich die Corona-Todesopfer beherbergen, führt in die falsche Richtung. Diese Form der Fake News schürt Panik und sorgt dafür, dass die Krise und eventuelle Versorgungsengpässe noch größer werden. Eine selbsterfüllende Prophezeiung wird vollzogen.

Wie bei einem Bankenrun, der in den allermeisten Fällen nur dadurch hervorgerufen wird, dass es sein kann, dass der Bank das Geld ausgeht. Auf Basis dieser Fake News heben dann die Kunden ihr Geld alle gleichzeitig ab und die Bank ist tatsächlich pleite. Wie auch immer es betrachtet wird, Falschmeldungen sind immer ärgerlich, weil sie Zeit, Ressourcen und Aufmerksamkeit von der Realität abziehen.

Was ist wann wahr?

Jetzt könnte dazu übergegangen werden, die Verbreitung von solchen Falschmeldungen zu ahnden. Doch es ist gar nicht so einfach zu entscheiden, was der Wahrheit entspricht und was nicht. Umstände, Voraussetzungen und Situationen können sich mitunter im Minutentakt ändern. In den USA haben sich verschiedene Technologiekonzerne zusammengeschlossen, darunter Google, Facebook und Twitter, die einen Algorithmus entwickeln möchten, welche Fake News automatisch von richtigen Nachrichten unterscheiden kann. Ob sie erfolgreich sind, werden wir in Kürze sehen. Auch in der EU wurde diesbezüglich das sogenannte Rapid Alert System initialisiert, welches Datenaustausch in Bezug auf Fake News erleichtern soll.

Doch auch in Bezug auf Falschmeldungen wird es immer wieder Graubereiche geben, in denen gar nicht so einfach zu entscheiden ist, wann etwas gelogen ist und wann nicht.

Dezentralisation und Transparenz

Es könnte natürlich von einer zentralen Instanz entschieden werden, was wahr ist und was nicht. Diese Macht könnte zum Schaden vieler eingesetzt werden. Klüger wäre es, die Gemeinschaft entscheiden zu lassen. Die Blockchain weist als eine der entscheidenden Eigenschaften das der Transparenz aus. Jede Information, und nichts anderes wird in den verschiedenen digitalen Blockchain-Paketen gespeichert, kann bis zum Urheber nachvollzogen werden.

Jede anschließende Veränderung des Contents, sei es ein Text, ein Bild, ein Video, könnte ebenso nachvollzogen werden. So würde zumindest die Originalität der Informationen garantiert sein, jedoch noch nicht ihr tatsächlicher Wahrheitsgehalt. In jedem Fall dürfte diese Rückverfolgungsmöglichkeit aller Informationen dazu führen, dass es zu weitaus weniger Fake News kommt. Allerdings müsste sich dann die Blockchain auch als Standardmedium für die Veröffentlichung von Nachrichten durchsetzen, was wohl einige Jahre in Anspruch nehmen dürfte.

Vorteile und Weiterentwicklungen

Als Nebeneffekt würde es zu einer Klarstellung und Festsetzung des geistigen Eigentums führen, wenn Content über die Blockchain veröffentlicht wird. Quellenstudien und deren Bewertung wären so weitaus leichter durchführbar, um sich ein umfassendes und realitätsnahes Bild verschiedener Kontexte zu erschaffen. Für Pressemitteilungen wurde dies sogar schon in die Realität überführt.

Weiter könnte ein Bewertungssystem entstehen, in welchem ganz transparent einzelnen Medien oder Personen ein Glaubwürdigkeitsranking durchlaufen müssten. Diese Instanzen würden dann umso genauer überprüfen, welchen Quellen Glauben geschenkt werden könnte und welchen nicht, da bei der Verbreitung von Falschmeldungen ihr Glaubwürdigkeitskoeffizient darunter leiden würde. Noch eine Zukunftsmusik, doch vielleicht kommt es wegen der Corona-Krise zu einem Umdenken in diese Richtung.

Fazit

Es ist oftmals wirklich schwierig, Fake News von normalen Nachrichten zu unterscheiden. Halbwahrheiten, Grauzonen und schnelle Veränderung der Faktenlage tragen zusätzlich zur Verunsicherung bei. Die Ahndung von Fake News müsste von einer zentralen politischen Instanz durchgeführt werden, was natürlich auch wieder Probleme der Deutungshoheit mit sich bringt.

Klüger wäre es, die Eigenschaften der Blockchain wirken zu lassen, indem Transparenz von Haus aus dazu beiträgt, dass kein Fake-Content entstehen kann. Weiter empfiehlt es sich, User sozialer Medien dafür zu sensibilisieren, was der achtlose Umgang mit Fake News für negative Auswirkungen hat.

Über den Autor: Alex Berezovskyi ist ein passionierter Jungunternehmer im Bereich Digitalisierung und Online-Marketing. Seine „trendda.digital“ bietet Software-Entwicklung und digitale Marketing-Lösungen im B2C- und B2B-Bereich an.

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