Blockchain und NFT revolutionieren den Kunsthandel Blockchain trifft Kunst

Autor / Redakteur: Peter Müller / Peter Schmitz

250.000 Euro – so viel verdiente der deutsche Künstler Fynn Kliemann am ersten März-Wochenende mit insgesamt 100 kurzen Musik-Clips. Versteigert hatte er sie auf den Plattformen Rarible und Open Sea. Die Höchstbietenden erwerben jedoch nicht nur die Abspielrechte, sondern die kompletten Musikstücke. Auch andere Krypto-Kunstwerke erzielten in den letzten Wochen astronomische Summen.

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Der Handel mit NFT ist ein relativ neues Anwendungsgebiet für die Blockchain-Technologie.
Der Handel mit NFT ist ein relativ neues Anwendungsgebiet für die Blockchain-Technologie.
(© local_doctor - stock.adobe.com)

Möglich wird das, indem die Stücke als NFT (non fungible token) verkauft werden. Dieser Token lagert auf einer Blockchain und kann weder verändert noch kopiert werden. Auf ihm befinden sich die Informationen für ein digitales Kunstwerk. Wer den dazugehörigen NFT besitzt, besitzt also das Kunstwerk selbst.

Und der Handel mit NFT boomt wie nie zuvor. Neben Musik wurden auch schon virtuelle Grundstücke, GIFs oder virtuelle Katzen versteigert. Die NFT liegen dabei auf der Ethereum-Blockchain, sodass sie auch nur mit Ether erworben werden können – wie auch im Fall von Kliemanns Musik-Clips. Durch die Blockchain-Technologie sind die NFT vor Fälschungen und Kopien geschützt.

Dass die digitalen Kunstwerke im wahrsten Sinne des Wortes heiß begehrt sind, beweist Anfang März zudem eine Aktion der Gruppe „Burnt Banksy“ auf Twitter. Sie ersteigerten einen Originaldruck des berühmten britischen Streetart-Künstlers Banksy mit dem passenden Titel „I can’t believe you morons actually buy this shit“ („Ich kann es nicht glauben, dass ihr Idioten diesen Mist tatsächlich kauft“) für knapp 100.000 US-Dollar. Darauf zu sehen: eine Auktion, bei der ein Bild versteigert wird, auf dem der Titel des Kunstwerks zu sehen ist. Das Original wurde digitalisiert, in einen NFT gewandelt – und anschließend verbrannt.

Mittlerweile ist auch das Auktionshaus Christie’s auf den Zug aufgesprungen, was ein noch nie dagewesenes Ereignis in der Geschichte des Kunsthandels darstellt. Im März wurde erstmals ein digitales Kunstwerk verkauft. Es handelt sich dabei um das Werk „Everydays: The First 5000 Days“ des Künstlers Beeple (bürgerlich Mike Winkelmann). Darin hat Beeple einzelne Kunstwerke, die er täglich auf seinem Instagram-Kanal gepostet hat, zu einer Collage zusammengefügt – und zwar die ersten 5.000 davon. Zunächst bestanden die einzelnen Bilder nur aus Zeichnungen, doch schon bald begann Beeple, mit 3D-Tools zu arbeiten. Die Collage bildet also auch die künstlerische Entwicklung des Amerikaners ab.

Die Versteigerung übertraf alle Erwartungen: Am 25. Februar 2021 schoss das Höchstgebot innerhalb weniger Stunden von 100 US-Dollar bereits auf knapp 2,5 Millionen US-Dollar. Zum Auktionsende kletterte der Preis auf die astronomishce Summe von 69.346.250 US-Dollar. Und das für ein Bild, das man nicht einmal an die Wand hängen kann und das bereits frei zugänglich im Internet existiert.

Einen weiteren Rekord stellte die Sängerin Grimes auf: Innerhalb von 20 Minuten verdiente die Kanadierin etwa 6 Millionen Dollar Umsatz durch den Verkauf von NFT auf der Plattform Nifty-Gateway.

Der Handel mit NFT ist ein relativ neues Anwendungsgebiet für die Blockchain-Technologie. Welche weiteren verborgenen Potentiale in einer Blockchain stecken, das wird in der Blockchain-Schaufensterregion Mittweida erforscht. Hier werden Projekte gefördert, die sich mit innovativen Konzepten zur Nutzung der Blockchain-Technologie beschäftigen.

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