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Fujitsu und Rice Exchange

Blockchain-Plattform für den Reishandel vorgestellt

| Autor/ Redakteur: Martin Hensel / Peter Schmitz

Mit Ricex bringt Fujitsu gemeinsam mit der Rice Exchange (Ricex) eine Blockchain-basierte Plattform für den weltweiten Reishandel auf den Markt. Sie soll vor allem für weniger Komplexität sowie mehr Transparenz, Sicherheit und Effizienz sorgen.

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Reisanbau in Japan.
Reisanbau in Japan.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Die DLT-Plattform soll Reis-Käufern und -Verkäufern diverse Vorteile bieten. So können sie einfach zueinander finden, verhandeln und dank der nahtlosen Integration und verifizierbarer Daten auch noch die Themen Versicherung, Transport, Warenprüfung und Abwicklung erledigen. Der Bedarf für ein derartiges System ist in dem rund 450 Milliarden US-Dollar schweren Markt sicherlich gegeben. Als Grundlage für Ricex dient eine DLT-Scale-out-Lösung auf Basis des Hyperledger Fabrics. Die Variante wurde speziell für den Unternehmenseinsatz entwickelt und verfügt über zahlreiche Automatisierungsfunktionen.

„Dank der Distributed-Ledger-Technologie von Fujitsu können wir viele der potenziellen Hürden und Schwierigkeiten umgehen, die bislang einen risikoarmen Austausch behinderten. Jetzt können sich die Käufer sicher sein, dass sie stets gute Ware zu einem fairen Preis erhalten“, erklärt Ricex-CEO Stephen Edkins.

Fragmentierter Markt

Ricex soll insbesondere für neues Vertrauen im stark fragmentierten internationalen Reis-Geschäft sorgen. Dazu versorgt sie alle Teilnehmer mit verifizierten, manipulationssicheren Daten und sorgt für verzögerungsfreie Abläufe in der Lieferkette. Nutzer können beispielsweise gezielt nach nachhaltig angebautem und entsprechend zertifiziertem Reis suchen. Dies bietet Vorteile für Käufer und Verkäufer: Zum einen ist der Einkauf bei einer vertrauenswürdigen Quelle sichergestellt, zum anderen können Anbieter guten Gewissens einen Zuschlag für ihren garantiert nachhaltig produzierten Reis verlangen.

„Der Nachhaltigkeitsfaktor ist gewissermaßen automatisch in die Rice Exchange-Plattform eingebaut, genauso wie Sendungsverfolgung und Herkunftsangaben – ein schönes Beispiel für den vielseitigen Nutzen der Blockchain-Technologie. […] Die Technologie ist viel mehr als ‚nur‘ eine End-to-End-Lösung. Für uns ist wichtig, dass DLT mit existierenden Infrastrukturen interagieren kann – dadurch kann ein großer Mehrwert erzielt werden“, verdeutlicht Frederik De Breuck, Head des Fujitsu Blockchain Innovation Centers in Brüssel.

Komplexe Abläufe

Der Handel mit Reis ist ein äußerst komplexes und nicht immer transparentes Geschäft, das unzählige Prozesse beinhaltet. Zahlreiche Herausforderungen erschweren die Abläufe, darunter etwa international unterschiedliche Sicherheitsbestimmungen für Importe, aufwendige Bürokratie und die stets vorhandene Gefahr von durch Menschen verursachten Fehlern in den Abläufen. Zudem müssen Dokumente zusammen mit der Ware transportiert werden – häufig werden die Unterlagen verloren oder sind nach langer Reise unbrauchbar.

Diese Probleme wurden auch von der schieren Menge der Handelsware befeuert: Innerhalb der vergangenen drei Jahrzehnte hat sich die Menge der gehandelten Reiskörner verfünffacht. Zudem existiert eine große Variantenvielfalt mit unterschiedlichen Verarbeitungsarten und dementsprechend verschiedenen Preisen.

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