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Microsoft Azure Blockchain Service

Blockchain-Anwendungen in der Cloud nutzen

| Autor/ Redakteur: Thomas Joos / Peter Schmitz

Mit Azure Blockchain Service stellt Microsoft einen vollständig verwalteten Blockchain-Service in der Cloud zur Verfügung. Der Dienst arbeitet auch mit den anderen Azure-Diensten zusammen zur Authentifizierung, Speicherung und Sicherheit. Wir geben einen Überblick.

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Mit Azure Blockchain Service stellt Microsoft einen vollständig verwalteten Blockchain-Service in der Cloud zur Verfügung.
Mit Azure Blockchain Service stellt Microsoft einen vollständig verwalteten Blockchain-Service in der Cloud zur Verfügung.
( © immimagery - stock.adobe.com )

Im Fokus von Azure Blockchain Service steht der Aufbau, die Verwaltung und die Steuerung des Blockchain-Netzwerks. Durch das Buchen des Cloud-Dienstes stehen Unternehmen Ressourcen zur Bildung einer eigenen Blockchain zur Verfügung. Das ermöglicht es den Entwicklern im Unternehmen sich auf die Workflows und die Anwendungen zu konzentrieren, die den Blockchain-Service nutzen können.

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Schnelle Bereitstellung eines Blockchain-Netzwerks in der Cloud

Der Vorteil bei der Buchung eines solchen Dienstes liegt auf der Hand: In kurzer Zeit lässt sich ein vollständiges Blockchain-Netzwerk aufbauen, ohne auf eigene Hardware setzen zu müssen. Der Dienst ist skalierbar und ermöglicht eine einfache und intuitive Verwaltung über das Azure-Webportal. Auch Richtlinien lassen sich hinterlegen. Entwickler können auf dieser Basis auch Berechtigungen vergeben und das Netzwerk überwachen. Die Authentifizierung lässt sich an Azure Active Directory delegieren.

Microsoft arbeitet hierzu auch mit J.P. Morgan zusammen. So wird Quorum zur ersten Ledger-Plattform beim Azure Blockchain Service. Quorum basiert auf dem Ethereum-Protokoll, das derzeit eines der wichtigsten Communitys für Blockchain darstellt. Zu den Nutzern von Quorum gehören zum Beispiel Starbucks, Louis Vuitton und das Microsoft Xbox Finance-Team. Die Unternehmen müssen keinerlei eigene Infrastrukturen bereitstellen und verwalten, sondern nutzen den Azure Blockchain Service. Dadurch können die Unternehmen sich auf die Anwendungsentwicklung und Geschäftslogik konzentrieren.

Smart Contracts mit VS Code und Azure Blockchain Service erstellen

Mit Hilfe einer Erweiterung für VS Code können Entwickler Ethereum-Verträge erstellen und in Azure Blockchain Service bereitstellen. Der Code dazu kann wiederum mit Azure DevOps verwaltet werden. Die Teilnehmer am Blockchain-Netzwerk nutzen die bereitgestellten Anwendungen, die wiederum die Blockchain in Azure nutzen können. Mit dem Azure Blockchain Dev Kit stehen Konnektoren und Vorlagen zur Verfügung, mit denen sich auch andere Dienste nutzen lassen.

Geschäftslogik mit Smart Contracts kodieren. Bisher war dies umständlich und erforderte mehrere Befehlszeilen-Tools und eine begrenzte Entwickler-IDE-Integration. Heute veröffentlichen wir eine Erweiterung für VS-Code, um diese Probleme zu lösen. Mit dieser Erweiterung können Sie Ethereum Smart Contracts erstellen und zusammenstellen, sie entweder in der öffentlichen Kette oder in einem Konsortialnetzwerk im Azure Blockchain Service bereitstellen und ihren Code mit Azure DevOps verwalten. Microsoft zeigt die Erstellung von Smart Contracts und den Umgang damit in einem Channel 9-Video.

Die Grundlage für die eigene Blockchain mit Azure Blockchain Service besteht darin, dass sich Unternehmen ein Blockchain-Netzwerk erstellen. Die Mitglieder im Netzwerk arbeiten mit Anwendungen und Geschäftslogiken, die wiederum die intelligenten Verträge mit der Blockchain in Azure Blockchain Service bereitstellen. Microsoft bietet in dieser Hinsicht auch Hilfe in der Azure-Dokumentation für den Azure Blockchain Service.

Erste Schritte mit Azure Blockchain Service

Die Einrichtung eines Netzwerks in Azure Blockchain Service wird am besten im Azure-Portal vorgenommen. Hier stehen die einzelnen Menüpunkte zur Verfügung, mit denen ein Netzwerk erstellt wird. Auch Ledgers, die Grundlage im Azure Blockchain Service, lassen sich an dieser Stelle konfigurieren. Bei Ledgers handelt es sich um die Kontobücher, die im Azure Blockchain Service genutzt werden.

Ein Azure Blockchain-Dienst besteht aus verschiedenen Computer- und Speicherressourcen in Microsoft Azure. Parallel lassen sich zu diesen Ressourcen, die bei der Erstellung ohnehin automatisch erstellt werden, auch andere Bereiche in Azure nutzen, zum Beispiel Azure DevOps. Um ein erstes Ledger zu erstellen, wird folgendermaßen vorgegangen:

  • Zuerst erfolgt die Anmeldung im Azure-Portal. Hier kann natürlich auch ein kostenloses Test-Abonnement verwendet werden.
  • Über „Ressource erstellen“ werden neue Ressourcen im Azure-Portal erstellt, dazu gehört auch das Azure Blockchain-Netzwerk.
  • Durch Auswahl von „Blockchain“ stehen die verschiedenen Dienste zur Verfügung, die in Microsoft Azure für Blockchain genutzt werden können. Mit der Auswahl von „Azure Blockchain Service“ kann ein eigenes Azure Blockchain-Netzwerkt erstellt werden.
  • Für die Erstellung werden die Daten in der Vorlager ausgewählt. Danach können die Eingaben getestet werden, und das Blockchain-Netzwerk wird in Azure erstellt.

Bei der Erstellung eines neuen Blockchain-Netzwerks spielen folgende Daten eine Rolle, die über die Vorlage ausgefüllt werden müssen:

  • Blockchainmitglied: Hier wird ein eindeutiger Namen eingegeben, der das erste Blockchain-Mitglied identifiziert.
  • Abonnement: Hier das Azure-Abonnement ausgewählt, das das verwendet werden soll. Über dieses Abonnement erfolgt die Abrechnung.
  • Ressourcengruppe: Idealerweise sollte für ein Blockchain-Netzwerk eine eigene Ressourcengruppe erstellt werden.
  • Region: Der Ort muss für alle Mitglieder des Konsortiums identisch sein.
  • Mitgliedskontokennwort: Das Mitgliedskontokennwort wird zum Verschlüsseln des privaten Schlüssels für das Ethereum-Konto verwendet. Dieses Konto wir für den Benutzer erstellt. Das Mitgliedskonto und das Mitgliedskontokennwort werden für die Verwaltung des Konsortiums verwendet.
  • Konsortiumsname: Hier wird der Name des neuen Konsortiums eingegeben.
  • Protocol: Verwendetes Protokoll, zum Beispiel das Quorum-Protokoll.
  • Preise: Die Standardeinstellung umfasst zwei Validierungsknoten und einen Transaktionsknoten. Die Preise pro Monat werden im Feld angezeigt.
  • Kennwort des Transaktionsknotens: Das Kennwort für den Standardtransaktionsknoten des Mitglieds. Das Kennwort wird verwendet, um eine Verbindung mit dem öffentlichen Endpunkt des Standardtransaktionsknotens herzustellen.

Die Bereitstellung kann einige Zeit dauern. Sobald die Bereitstellung abgeschlossen ist, wird das im Azure-Portal angezeigt. Die einzelnen Ressourcen sind anschließend in der Ressourcengruppe verfügbar. Nach der Bereitstellung lassen sich bei „Übersicht“ grundlegendenInformationen über den Dienst anzeigen. Dazu gehören auch RootContract-Adresse und weitere Daten des Mitgliedkontos.

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Über den Autor

Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist