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Blockchain zum Durchbruch verhelfen Bitkom befürwortet europäische Krypto-Regulierung

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Peter Schmitz

Der Digitalverband Bitkom plädiert für eine Regulierung von Krypto-Werten in Europa. Demnach könnten umfassende und bindende Regeln der Blockchain-Technik zum Durchbruch verhelfen.

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Der Digitalverband plädiert für eine bindende EU-Regulierung von Krypto-Assets.
Der Digitalverband plädiert für eine bindende EU-Regulierung von Krypto-Assets.
(Bild: Gerd Altmann / Pixabay / Pixabay )

Anlässlich des Abschlusses der EU-Konsultation zur Regulierung von Kryptowerten hat Bitkom den Wert einer einheitlichen, bindenden EU-Regulierung betont. Europa habe laut dem Bitkom-Experten Patrick Hansen die Chance, bei der Blockchain weltweiter Vorreiter zu werden und die Regel für den Umgang mit der Technologie zu prägen. „Die aktuelle Coronakrise zeigt, dass Europa die Digitalisierung deutlich schneller vorantreiben muss als bisher. Die Blockchain-Technologie bietet für die Finanzbranche gewaltige Möglichkeiten, wenn wir jetzt die Weichen richtig stellen“, so Hansen.

Regulierung statt Richtlinie

Der Bitkom lehnt ausdrücklich eine EU-Richtlinie zum Umgang mit Krypto-Assets ab. Stattdessen plädiert der Verband in einer Stellungnahme für eine bindende EU-Regulierung. „Eine EU-Richtlinie führt durch die jeweilige unterschiedliche Umsetzung in den Mitgliedsstaaten zu einem Flickenteppich, der letztlich zu Unsicherheit bei Unternehmen und Verbrauchern führt“, verdeutlicht Hansen. Dies habe zuletzt die Umsetzung der Geldwäscherichtlinie gezeigt. Ein einheitlicher europäischer Binnenmarkt für Kryptowerte sei nötig, um im Wettbewerb mit Unternehmen aus den USA oder Asien bestehen zu können.

Schlupflöcher schließen

Dazu gehöre laut dem Bitkom auch, mögliche Schlupflöcher zu schließen, die eine Umgehung von Vorgaben ermöglichen. Unterschiedliche Tokens sollten trennscharf klassifiziert und mit unterschiedlichen regulatorischen Auflagen versehen werden. Laut Hansen spricht sich der Verband für eine pragmatische Aufteilung in beispielsweise Payment-, Investment- und Utility-Tokens aus. „Aber natürlich muss den sehr unterschiedlichen Risiken und Geschäftsmodellen der Token-Arten Rechnung getragen werden – durch entsprechend unterschiedliche Auflagen und Pflichten mit Augenmaß“, meint Hansen.

Vorbild könne die deutsche Regulierung von Kryptowerten sein, die seit kurzem eine Lizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zwingend voraussetzt und strenge Vorgaben enthält. „Die deutschen Erfahrungen können für die Unternehmen auch ein Wettbewerbsvorteil sein, weil sie sich bereits heute intensiv mit Themen wie Risikomanagement oder Geldwäschepflichten beschäftigen, die bald EU-weit an Bedeutung gewinnen werden“, so der Bitkom-Experte.

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