Smart Contracts mit der Public Blockchain Baseline-Protokoll für sichere Transaktionen im Ethereum Mainnet

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Peter Schmitz

Das Projekt Baseline soll es ermöglichen, dass in der öffentlich zugänglichen Blockchain von Ethereum Smart Contracts zu betreiben. Das Projekt wurde von Microsoft, ConsenSys und EY gestartet und ist jetzt Teil des Ethereum-Oasis Project.

Mit Baseline können lokale Netzwerke und Daten über die Ethereum-Blockchain miteinander verknüpft werden. Dadurch dient das Ethereum-Mainnet als Middelware und Smart Contracts können über eine öffentliche Blockchain abgewickelt werden.
Mit Baseline können lokale Netzwerke und Daten über die Ethereum-Blockchain miteinander verknüpft werden. Dadurch dient das Ethereum-Mainnet als Middelware und Smart Contracts können über eine öffentliche Blockchain abgewickelt werden.
(© NicoElNino - stock.adobe.com)

Im Fokus von Baseline steht der Betrieb von Smart Contracts im Ethereum-Mainnet. Über das Open Source-Protokoll Baseline können lokale Netzwerke Daten über die Blockchain austauschen. Das Ethereum Mainnet ist eines der beliebtesten Mainnets im Blockchain-Sektor. Außerdem ist die Blockchain dauerhaft verfügbar. Die dezentrale Natur des Ethereum-Mainnets stellt sicher, dass Unternehmen nicht willkürlich von der Nutzung ausgeschlossen oder eingeschränkt werden können.

In der öffentlichen Blockchain ist es bisher kaum möglich, dass Unternehmen Smart Contracts so bereitstellen, dass einzelne Daten nicht für alle Teilnehmer sichtbar sind. Baseline soll auch dabei helfen Finanzdaten über Blockchains abzuwickeln.

Das soll sich mit Baseline ändern. Das Protokoll erweitert die Funktionen des Ethereum-Mainnets um Datenschutz heikler Daten, sodass sich auch komplexe Geschäftsprozesse damit abwickeln lassen. EY, Microsoft und ConsenSys haben die Entwicklung des Projektes und alle Daten an das Ethereum Oasis-Projekt gespendet. Das Ethereum OASIS Open Project bietet ein neutrales Forum für verschiedene Interessengruppen um Projekten die einfache Integration von Ethereum zu erleichtern.

Große Unternehmen setzen auf Baseline

Zu den bekanntesten Unterstützer des Projektes gehören EY, ConsenSys und Microsoft sowie AMD, Splunk und ChainLink. Einfach ausgedrückt soll das Baseline-Protokoll dabei helfen, dass Ethereum in Unternehmen genutzt werden kann, ohne eigene Blockchain-Infrastrukturen aufzubauen.

Dabei dreht es sich auch darum, dass nicht alle Teilnehmer auch alle Daten eines Smart Contracts sehen können. Auch die Mitglieder in einer Lieferkette sollen nicht alle Daten lesen können, zum Beispiel unternehmensspezifische Rabatte. Hier soll Baseline sicherstellen, dass nur berechtigte Personen Zugriff zu einzelnen Daten erhalten.

Der Vorteil bei der Verwendung einer öffentlichen Blockchain bietet einige Vorteile: Zunächst müssen Unternehmen keine eigene Infrastruktur für die Blockchain aufbauen. Die Sicherheit der Daten ist durch die sehr viel höhere Knotenanzahl ebenfalls optimaler gesteuert. Partner und Lieferanten lassen sich über eine öffentliche Blockchain sehr viel einfacher anbinden. Auch Kosten für den Betrieb einer eigenen Blockchain entfallen komplett.

Baseline will die Vorteile von privaten und öffentlichen Blockchains bieten

Baseline soll es ermöglichen, dass trotz der Verwendung der öffentlichen Blockchain einzelne Daten nicht für alle sichtbar sind. Unternehmen und Organisationen behalten die Kontrolle über den Datenzugriff, können aber gleichzeitig die öffentliche Blockchain nutzen. Baseline nutzt dazu Technologien, bei denen einzelne Daten zwar von der Blockchain nutzbar sind, aber nicht in der Blockchain gespeichert werden.

Dazu werden „Zero Knowledge Proofs“ (ZKP) genutzt. Mit dieser Technik kann eine Instanz die Echtheit von Daten bestätigen, zum Beispiel in einem Smart Contract, ohne die eigentlichen Daten im Detail zu kennen. Heikle Daten werden in diesem Zusammenhang auf externen Systemen, also Off-Chain gespeichert. Die Daten bleiben dennoch in der Blockchain verfügbar, aber nur für berechtigte Personen.

Sensible Daten, die andere Nutzer der Blockchain nicht sehen dürfen, sollen durch das Baseline-Protokoll geschützt werden. Ursprünglich wurde das Protokoll zum Schützen von Rabatten in der Blockchain entwickelt. Baseline setzt dabei auf Microservices, um die unterschiedlichen Komponenten eines Smart Contracts voneinander zu trennen. Die Microservices-Infrastruktur stellt eine wichtige Grundlage für den Betrieb von Anwendungen mit Baseline dar.

Wenn mehrere Unternehmen mit Baseline über die Ethereum-Blockchain miteinander verbunden werden, erfolgt die Anbindung des internen Netzwerks über eine Baseline-API zur Blockchain. In jedem internen Netzwerk findet sich dazu eine eigene Microservices-Infrastruktur, welche durch die Blockchain miteinander verbunden sind, gesteuert durch Baseline. Die Verbindung erfolgt über einen Registrar-Smart-Contract, der sich in der Ethereum-Blockchain befindet.

Durch diese Trennung der Komponenten lassen sich einzelne Bereiche abschotten, zum Beispiel im internen Netzwerk. Öffentlich zugängliche Daten stehen in der Blockchain zur Verfügung. Das Baseline-Protokoll trennt die Komponenten voneinander, stellt aber auch eine Brücke dar, mit der die Komponenten des Smart Contracts miteinander kommunizieren können. Baseline ermöglicht auch die Anbindung von Connectoren zu externen Anwendungen, zum Beispiel SAP oder andere ERP-/CRM-Anwendungen.

Baseline macht das Ethereum-Mainnet zur hochverfügbaren Middleware

Das Ethereum-Mainnet dient dem Baseline-Protokoll als Middleware. Baseline verwendet Ethereum vor allem für das Hashing und die Verwaltung von Ereignissen. Die Blockchain dient als gemeinsamer Referenzrahmen, mit dem verschiedene Netzwerke miteinander vernetzt werden können.

Hier werden Daten gespeichert, Prozesse und Transaktionen abgewickelt und Informationen abgefragt. Durch die Struktur der Blockchain ist das Ethereum-Mainnet immer verfügbar. Unternehmen müssen dazu keine eigene Infrastruktur aufbauen und auch keine Clouddienste abonnieren. Eine Verbindung ist von überall möglich und jedermann kann an der Blockchain teilhaben. Welche Daten die Teilnehmer sehen, wird durch Baseline gesteuert. Unternehmen müssen nur die Kosten der Transaktionen in der Blockchain tragen.

Baseline stellt eine Schnittstelle dar, an der Entwickler über Connectoren eigene Anwendungen oder vorhandene Infrastrukturen andocken können. Die Anwendungen im Unternehmen nutzen die Ethereum-Blockchain als Mittel, um Knoten zu synchronisieren und Prozesse über das Internet, sicher mit der Blockchain abzuwickeln. Mit Baseline können dazu auch Standards definiert werden, die wiederum andere Anwendungen nutzen.

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