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Partnerschaft mit Start-up

Australische Börse plant Umstieg auf Distributed-Ledger-Plattform

| Autor/ Redakteur: Martin Hensel / Peter Schmitz

Die Wertpapierbörse Australian Securities Exchange (ASX) intensiviert ihre Arbeit an einer neuen Plattform auf Distributed-Ledger-Basis (DLT). Sie soll das bestehende Clearing House Electronic Subregister System (CHESS) ersetzen.

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Innenansicht des Eingangsraum der ASX.
Innenansicht des Eingangsraum der ASX.
(Bild: Jason7825 / Wikimedia Commons / CC0)

Die ASX arbeitet bereits seit 2015 an dem Projekt und hat sich mit dem Blockchain-Start-up Digital Asset Hilfe ins Haus geholt. Zudem wurde kürzlich bekanntgegeben, dass sich auch VMware an der DLT-Initiative beteiligt. Im Rahmen der Kooperation wollen die Partner eine Anwendung entwickeln, die das CHESS ersetzen soll. Zudem sind die Unterstützung der quelloffenen Smart-Contract-Programmiersprache DAML sowie Bereitstellung und Support für DLT- und damit verbundene Infrastruktur vorgesehen.

All diese Maßnahmen sollen die Datenschutz-, Vertraulichkeits- und Sicherheitsanforderungen der ASX in größerem Umfang als bisher unterstützen und in Zukunft neue Dienstleistungen über Clearing und Abwicklung hinaus ermöglichen. Die Partner wollen außerdem DLT-Lösungen für Kunden in Australien und Neuseeland anbieten.

Leistungsfähiges System

Das CHESS ist bereits seit rund 25 Jahren im Einsatz und verwaltet australische Aktien im Wert von etwa zwei Billionen Australischen Dollars. Pro Tag werden Transaktionen im Gegenwert von rund fünf Milliarden Australischen Dollars sowie bis zu 500 Transaktionen und 1.500 Nachrichten pro Sekunde vom System verarbeitet.

Aktuell sind etwa 30 bis 40 Prozent der Funktionen bereits im geplanten Ersatzsystem implementiert. Es soll schon im kommenden Jahr einem umfangreichen Testlauf unterzogen und schrittweise in der Kundenentwicklungsumgebung der ASX ausgerollt werden. Dort können Kunden und Dienstleister die neue Lösung unter die Lupe nehmen.

„Für uns stellt ein DLT-basiertes CHESS die nächste Generation der Marktinfrastruktur dar. Sie verlässt das Konzept des zentralen Datenbank-Messagings und entwickelt sich zu einer verteilten Datenbank, die wir mit unseren Kunden gemeinsam nutzen. Das erlaubt uns, eine Source of Truth in Echtzeit zu teilen, während wir gleichzeitig Privatsphäre und Integrität erhalten“, erklärt David Campbell, General Manager of Engineering and Architecture der ASX.

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